Hammelburg Volleys - TSV Grafing 3:0 (25:22, 25:22, 25:22).

Eine Reaktion war fällig nach der 0:3-Niederlage in Karlsruhe. Zu weit weg vom Maximum waren die Hammelburger im Spitzenspiel geblieben mit Schwächen in zu vielen Mannschaftsteilen. Und suboptimal geriet auch der Start gegen die Oberbayern, die einen 3:0-Blitzstart hinlegten, die Führung danach zäh verteidigten. Erst spät im Satz gelang die Wende, eingeleitet durch zwei starke Blocks von Nils Rehmeier, der in einer Gemeinschaftsproduktion mit Moritz Rauber den Satzgewinn perfekt machte. Das alles übrigens wieder ohne Luca Dierks, aber auch ohne Branko Damjanovic, der aus familiären Gründen fehlte, und auch ohne Kapitän Oscar Benner, der sich im Training eine Prellung eingehandelt hatte.

Erfreulicher Zuspruch

Immerhin etwa 50 Zuschauerinnen und Zuschauer hatten sich im ersten 2G-Plus-Spiel der Vereinsgeschichte im Wohnzimmer eingefunden - und damit deutlich mehr als von den Verantwortlichen erwartet. Die Unterstützung von der Tribüne half den Saalestädtern, die sich ins Spiel hineinarbeiteten, insbesondere dank der Schlag-Performance von Moritz Rauber, während sich bei Severin Hauke Licht und Schatten die Waage hielten. Mindestens auf Augenhöhe waren die Gäste in dieser Phase bei der Blockarbeit, sodass Hammelburg Mitte des zweiten Satzes nur marginal führte, dann aber, der mangelnden Konstanz geschuldet, zur zweiten technischen Auszeit wieder hinten lag (15:16).

Hiebe von Moritz Zeitler und Severin Hauke hielten den Rückstand in Grenzen, ehe Nils Rehmeier und der spätere MVP Hannes Krochmann mit Trickspiel der engen Partie die nächste Wendung verpassten (19:18). Ein Trend sollte sich daraus zum Leidwesen der Fans allerdings nicht entwickeln (19:20). Oder doch? Denn als es darauf ankam, waren die Volleys da mit drei Punkten in Folge. Nicht viel später sorgte ein Hammelburger Dreierblock für den nächsten Etappensieg. "Wir müssen in der Lage sein zu erkennen, was der Gegner an Druck anbietet. Am Anfang waren wir zu passiv, wie zuletzt in Karlsruhe. Aber irgendwann haben die Jungs erkannt, dass der Grafinger Aufschlag beherrschbar ist. Unsere Annahme war insgesamt solide, vor allem Finn Jansen und Moritz Zeitler haben das sehr gut gemacht", rekapitulierte Thiago Welter.

Eine neue taktische Komponente

Hammelburgs Coach brachte mit Marian Epple und Youngster Leon Greinwald in Satz 3 eine neue taktische Komponente ins Spiel gegen Grafinger, die in der Tabelle zwar weit hinten stehen, ihr jüngstes Spiel gegen Leipzig aber gewonnen hatten (3:2) und den besseren Start hinlegten (8:6), dann sogar mit drei Punkten führten (10:7). Ein echter Härtetest also für die Kadertiefe der Hammelburg Volleys, die ihre Widerstandskraft, aber auch psychische Stärke mit dem nächsten kleinen Lauf unter Beweis stellten (13:12, 16:14), dafür zu Recht vom Publikum abgefeiert wurden. "Es ist meine Philosophie, nicht nur den Kern der Mannschaft zu entwickeln. Jeder soll sich ans Spielsystem halten und schon im Training 100 Prozent geben. Und wer aufs Feld kommt, von dem verlange ich eine positive Körpersprache", so Welter. Der Aufgaben-Winner von Leon Greinwald war durchaus exemplarisch für zurückgezahltes Vertrauen. Zwei weitere starke Blocks sorgten für eine vorentscheidende 21:16-Führung. Mit einem brachialen Angriffsschlag durch die Mitte beendete Jannick Sill die Partie nach einigen vergebenen Matchbällen.