Kein schönes Gefühl, das Spitzenspiel glatt mit 0:3 (23:25, 22:25, 24:26) zu verlieren gegen den SV Schwaig, der damit weiter an der Tabellenspitze der Bayernliga Nord thront. Klar, nach vier Siegen aus den ersten vier Spielen hatten sich die Saalestädterinnen weitaus mehr erhofft im ersten Punktspiel im neuen Jahr. Gemeistert wurde zumindest die Herausforderung, ein Match unter 2G-Plus-Bedingungen durchzuziehen.

Was für Hammelburgs Zweitliga-Männer längst Routine ist, bedeutete für die TV/DJK-Frauen eine Belastung noch vor dem ersten Ballwechsel. Schließlich galt es, das Hygienekonzept konsequent umzusetzen, zumal auch Zuschauer erlaubt waren, hundert maximal. Eingefunden hatten sich nur etwa zwei Dutzend Fans auf der Tribüne der Saaletalhalle, sodass die Abstandsregelungen sowie Maskenpflicht auf der Tribüne leicht zu kontrollieren waren.

Eine mentale Belastung

Die Spielerinnen beider Teams wie auch die Schiedsrichter hatten sich im Vorfeld getestet, die jeweilige Kontrolle erfolgt im Vieraugen-Prinzip. Dabei ist es üblich - und sinnvoll, dass sich der Gast schon bei sich zuhause unter Aufsicht testet, dies über eine Liste dokumentiert, die beim gastgebenden Verein vorgezeigt wird. "Vom Organisatorischen ist der Aufwand machbar. Aber die Ungewissheit, ob sich wirklich alle regelkonform verhalten, ist zumindest mental eine Belastung", sagt TV/DJK-Trainer Oliver Burtchen.

Im Spiel selbst waren die TV/DJK-Frauen auf Augenhöhe. Die Leichtsinnsfehler in der Endphase des ersten Satzes sollten eine Art Blaupause für die weiteren Abschnitte sein. Im dritten Satz fehlten nur zwei Punkte zum Satzgewinn, ehe die Gäste mit ihrer ehemaligen russischen Erstligaspielerin mit drei Punkten in Serie in Führung gingen und sich auch vom 24:24-Ausgleich nicht beirren ließen. "Wir haben uns ein paar Eigenfehler zu viel erlaubt und waren immer einige Punkte zu viel hintendran", analysierte Oli Burtchen, dessen Team am Sonntag in Neudrossenfeld antritt.

Unnötig hohes Risiko

Angesetzt waren Spiele auch in der Landesliga der Männer, wo für die Hammelburger Jungs die Fahrt ins mittelfränkische Katzwang kurzfristig storniert wurde. "Wir waren im Vorfeld darüber informiert, dass der Gegner das Spiel verlegen will. Die Gelegenheit dazu gibt ja der Volleyball-Verband", weiß Ralf Kaiser. Der TV/DJK-Coach sieht kritisch, dass die Spieltage ab Landesliga abwärts weiterhin mit je drei Teams angesetzt werden, was das Risiko einer Covid-Infektion erhöht.

"Besser fände ich es, immer Einzelspieltage anzusetzen gegen jene Mannschaften, gegen die man in der laufenden Saison noch nicht gespielt hat, um zumindest eine Einfach-Runde hinzubekommen", sagt Kaiser, der selbst gespannt ist, ob am Wochenende der Heimspieltag stattfinden kann mit dem Spitzenspiel gegen die SGS Erlangen. "Unser zweiter Gegner wäre erneut Katzwang, aber die wollen im Januar überhaupt nicht spielen." An eine normale Vorbereitung sei aktuell sowieso nicht zu denken. "Wir sind froh über jeden, der es zum Training oder zum Spiel schafft. Einige Studenten fallen mir für die Spieltage aus, weil Seminare und Vorlesungen an den Unis aktuell auch an Samstagen stattfinden", so Kaiser.

"Wenn möglich, wollen wir spielen. Das Testen nehmen wir gerne in Kauf", sagt mit Uwe Knipping der Trainer der SG Rhön Volleys, die am Samstag (14 Uhr) mit einem Heimspieltag in der Gymnasium-Turnhalle ins neue Jahr starten. Obwohl aktuell einige Akteure nicht dabei sein können, zeigt sich Knipping mit Trainingsbeteiligung und Motivation der Münnerstädter und Bad Brückenauer sehr zufrieden, "auch weil einige junge Spieler zu unserem Bezirksliga-Kader gestoßen sind."

Klare Botschaft von Seiten der Eltern

"Was den Nachwuchs angeht, haben wir die Eltern befragt, aber da kam die klare Botschaft, dass wir Trainings- und Spielbetrieb aufnehmen können. Die Schülerinnen und Schüler werden ja regelmäßig getestet. Unsere Frauen sind alle geimpft, trotzdem testen wir uns extra, auch die Trainer und Betreuer", sagt Anja Seller von der SG Hausen/Aschach. Am Sonntag spielt die U18 in Waldbüttelbrunn, die U13 in Iphofen. Die beiden Damenteams beginnen das Sportjahr 2022 am 29. Januar in Lengfeld und Röttingen. "Wir sind total happy, dass unsere Trainingseinheiten richtig gut besucht sind", so die SG-Trainerin.

Spieltag zum zweiten Mal verschoben

Angesetzt war am Wochenende ein Spieltag in der Kreisliga Ost der Frauen, aber die Begegnungen des TSV Wollbach gegen die TG Höchberg sowie den TSV Iphofen wurden verlegt. "Die Höchberger hatten den Spieltag ja schon im Oktober verschoben, jetzt wieder. Wir wären jedenfalls angetreten", sagt Sabrina Urschlechter vom TSV Wollbach, die sich vor allem um den Nachwuchs Sorgen macht: "Wir Erwachsene können uns schon irgendwie behelfen. Aber gerade unsere starken jüngeren Jahrgänge wollen sich bewähren und haben in ihrem Jahrgang vielleicht nur einmal die Chance, um zum Beispiel bei einer bayerischen Meisterschaft dabei sein zu können. Aktuell geht es mir gar nicht ums Gewinnen oder Verlieren. Man muss jeden Spieltag genießen."