Beide Teams befinden sich in sportlich schwieriger Lage. "Bei uns ist es nicht anders. Der Trainer ist das schwächste Glied in der Kette", weiß Heiko Schmitt. "Eigentlich waren wir mit der Arbeit von Rudi zufrieden. Aber es haben sich verschiedene Faktoren summiert, sodass wir versuchen, der Mannschaft neue Impulse zu geben", schiebt der Arnshäuser Abteilungsleiter nach. Faktoren, für die der Trainer keine Verantwortung trägt. Leistungsträger wie Simon Herold oder Konstantin Papadopoulos wechselten vor der Saison zum SV Garitz. "Dazu fallen seit vielen Wochen Stammspieler durch Verletzungen oder Studium aus. In Burghausen hat sogar unser Torwart im Feld mitgespielt.
Die Stimmung war keineswegs im Keller, aber wenn die Erfolge ausbleiben, werden die Spieler dünnhäutiger", weiß Muth, der zu Saisonbeginn die Nachfolge von Detlef Schäfer angetreten und bereits nach der hohen Niederlage gegen Weichtungen seinen Rücktritt angeboten hatte. "Der Funke ist nicht übergesprungen. Konnte er vielleicht auch nicht angesichts der Umstände, daher war die Trennung in diesem Moment vielleicht die beste Lösung", denkt Muth, der eine Pause einlegen, aber danach weiter trainieren will.

Kein Alibi mehr

Heiko Schmitt weiß, dass mit dieser Aktion dem Team auch ein mögliches Alibi genommen wurde. "Klar, die Spieler sind jetzt irgendwo auch in der Pflicht. Nicht jeder hat zuletzt hundert Prozent gegeben. Wir müssen schauen, dass wir in den verbleibenden drei Spielen vier bis sechs Punkte holen", so Schmitt, der vorerst die Betreuung übernommen hat.

"Letztendlich war es eine Trennung im beiderseitigen Einvernehmen", bemüht Armin Stärker die gerne gewählte Wortwahl. Allerdings bestätigt der Präsident des TV Jahn Winkels durchaus die Worte von Jan Mast. "Ich hatte das Gefühl, dass die Mannschaft und ein Teil der Vereinsführung nicht mehr hinter mir standen. Und wenn das so ist, muss man aufhören. Außerdem hat die sportliche Leistung nicht gepasst. Ich hatte schon den Eindruck, dass einige Spieler gegen den Trainer arbeiten." Bereits vor acht Wochen hatten sich Spieler und Trainer zusammengesetzt, um über die Gründe des Misserfolges zu reden. "Aber man kann den Spielern ja nicht in den Kopf schauen. Das, was ich mir erhofft hatte, war nicht mehr erreichbar. Weshalb das Spiel gegen den TSV Aschach auch mein letztes war. Trainieren will ich weiter, aber erst in der nächsten Saison", so Jan Mast, dessen Sohn Felix aus Solidarität ebenfalls dem TV Jahn Winkels den Rücken kehrte.

Abteilungsleitung und Präsidium im TV Jahn Winkels kümmern sich um einen Nachfolger. Bis der gefunden ist, trainieren die TV-Kicker gemeinsam mit den U-19-Junioren. "Einen neuen Coach zu finden wird nicht einfach, zumal es weiterhin Verzögerungen gibt bei der Sanierung unseres Kunstrasenplatzes. Wir hängen weiter in der Luft und versuchen nun auf der politischen Ebene etwas zu erreichen", erzählt Stärker. Vor vier Jahren bereits wurde ein erster Antrag in Sachen Spielfeld-Erneuerung gestellt. Einen Trainerwechsel vermeldet auch der SV Eichenhausen. Carsten Popp folgt auf Thilo Wehner, der seinen Posten aus beruflichen Gründen zur Verfügung gestellt hatte.