HSC Bad Neustadt - HBW Balingen-Weilstetten II: Vor dem letzten Heimspiel im Jahr 2013 hofft der HSC Bad Neustadt (1./26:0) nicht nur auf die Fortsetzung seiner Erfolgsserie, mit dem Sieg will sich das Team um Mannschaftskapitän Margots Valkovskis von seinem treuen Publikum, "unser siebter Feldspieler" so Valkovskis, auch anständig in die Winterpause verabschieden. Der Gegner HBW Balingen-Weilstetten (11./ 11:15) scheint derzeit nicht in der Lage, dem Tabellenführer in die Suppe zu spucken, doch Überraschungen sind im Handball und gerade in dieser Liga ja nicht selten.
"Wir haben uns daher ganz konzentriert und intensiv auf dieses Match vorbereitet", erklärt HSC-Coach Matthias Obinger.
"Ich lasse auch zum Ende der Vorrunde keinen Schlendrian aufkommen." Seine Stimme ist gegenüber der Vorwoche nach Abklingen der Erkältung wieder im Normalzustand, die Spieler sind bis auf kleinere Wehwehchen, die aber einen Einsatz nicht gefährden, fit. Die Spielstärke der Gäste ist für Obinger momentan schwer einzuschätzen, die drei Niederlagen der "Gallier von der Alb" in Folge besagen nichts, "denn das junge Team ist ehrgeizig, da will sich jeder für den Erstliga-Kader anbieten". Dass die Schützlinge von Coach Ecki Notdurft zu kämpfen wissen, bekam am letzten Spieltag der HSG Konstanz zu spüren, der nach einer komfortablen Führung (26:20) nach 1:6-Treffern in Folge auf den letzten Drücker siegte (29:26). Nothdurft attestierte dabei seinen Akteuren eine ordentliche Leistung, lediglich mit der Chancenverwertung war er nicht einverstanden. "Wir sind krasser Außenseiter, gegen diese routinierte Mannschaft, die als einziges Team in allen DHB-Ligen noch ohne Punktverlust ist, wird kaum eine Überraschung möglich sein", so Nothdurft. Zudem plagen den HBW-Trainer große personelle Sorgen, mit Sicherheit fallen Torjäger Christian Wahl (Platzwunde), Fabian Wiederstein (Nasenbeinbruch), Gregor Thomann (Reha) und Patrick Weber (Leisten-OP) aus. So treten nur neun Feldspieler, unter ihnen Junioren-Nationalspieler Felix Saueressig, die Reise an die Fränkische Saale an. Diese wollen trotzdem alles versuchen, um die beste Defensive der Liga (286 Gegentreffer) zu knacken.
Deren Rückhalt ist wie immer Rostislav Badura, "der eigentlich für diese Liga zu gut ist" (Nothdurft). Eine solche Aussage erfreut natürlich dessen Trainer, "Ecki Nothdurft ist ein hochgeschätzter Kollege", betont Obinger. Der HSC-Trainer pflegt mit den Verantwortlichen der Gäste ein gutes Verhältnis. "Ich habe einmal bei Dr. Brack, dem Trainer der Ersten Mannschaft, hospitiert."

Kräfte schwinden

Im Gegensatz zu den Württembergern laufen die Rot-Weißen unverändert auf, "ich spüre allerdings, dass erste Ermüdungserscheinungen auftreten, was aber nach der strapaziösen Saison ganz normal ist", will der Coach seine Akteure wie in den letzten Spielen kräfteschonend aufs Parkett schicken. Seine Hoffnung ist, dass seine Schützlinge gleich konzentriert ans Werk gehen und nicht die ersten Minuten verschlafen. Mit schnellen Kombinationen will man vom Anpfiff weg einen Vorsprung herauswerfen. "Wir wollen mit zwei weiteren Punkte nicht nur unsere weiße Weste wahren", kündigt Mannschaftsbetreuer Hans-Peter Endres an, "wir können dann schon sicher als Tabellenführer überwintern und so den Druck auf Coburg und Hochdorf hochhalten".