Bei den bayerischen Leichtathletik-Meisterschaften der U23 und U16 in Hösbach gab es drei Medaillen für Sportlerinnen aus dem Landkreis. Hanna Schmitt vom TV/DJK Hammelburg gewann den Hochsprung der U23 und wurde Zweite im Diskuswurf. Teamgefährtin Lilian Heid wurde Dritte im Weitsprung der U23. Allerdings litten die Meisterschaften unter teils extrem dünnen Teilnehmerfeldern.

Terminlich ungünstiger hätten diese Landesmeisterschaften aber wohl auch nicht ausgetragen werden können. Geplant waren sie ursprünglich für Ende Juli. Aber Corona wirbelte den Veranstaltungskalender für die Leichtathleten gehörig durcheinander. Gerade in der Juniorenklasse der U23 erfüllte die Veranstaltung keinesfalls das Prädikat einer würdigen Meisterschaft. Aber auch in der Altersklasse U16 fehlten aufgrund des Termins mitten in den Ferien viele Sportlerinnen und Sportler. Da in dieser Altersklasse aber noch deutsche Meisterschaften stattfinden werden, war zumindest die Spitze recht gut besetzt.

Klare Worte

"Aus meiner Sicht kommen verschiedene Faktoren zusammen, warum die Teilnehmerfelder bei dieser bayerischen Meisterschaft teilweise so klein waren. Manchen Vereinen wurde möglicherweise bewusst, wie groß Bayern ist und ihnen war womöglich der Weg nach Hösbach zu weit. Andere Athleten haben die Saison bereits beendet oder sind im Urlaub. Wieder andere haben vielleicht coronabedingt komplett mit dem Sport aufgehört. Nicht zuletzt deshalb, weil der Fokus bei Verband und Politik lange nur noch auf wenige Kaderathleten gelegt wurde und es kaum Trainingsmöglichkeiten für die restlichen Sportler gab", äußerte sich Heiko Schmitt, Vater und Trainer seiner Tochter Hanna.

So hielt sich die Freude seiner Tochter über ihre zwei Medaillen wohl auch in Grenzen. Im Hochsprung war Hanna Schmitt einzige Teilnehmerin und schaffte am Ende bei kühlen Bedingungen 1,56 Meter. An den 1,59 Metern scheiterte sie, die in diesem Jahr bereits mehr als 1,60 Meter übersprungen hat, ganz knapp. Im Diskuswurf kam die TV/DJKlerin mit ihrem ein Kilogramm schweren Gerät auf immerhin 31,08 Meter. Zwei weitere sehr gute Würfe waren ungültig. Zur siegreichen Vevi Lory vom SC Bad Kohlgrub, die mit sehr guten 39,75 Meter gewann, hätte es sicherlich nicht gereicht. Die drittplatzierte Werferin war dagegen auch mehr als fünf Meter von der Westheimerin entfernt, die somit Silber sicher hatte.

Am 11. September startet Hanna Schmitt bei den bayerischen Mehrkampfmeisterschaften in Pfaffenhofen. Der Siebenkampf ist ihre eigentliche Paradedisziplin. Da will sie auch gegen hoffentlich stärkere Konkurrenz ebenfalls eine Medaille holen und verzichtet daher schweren Herzens auf das traditionelle Mehrkampfmeeting in Hammelburg, das am selben Wochenende ausgetragen wird.

Immerhin sechs Teilnehmerinnen bewarben sich um den Titel im Weitsprung der U23. Lilian Heid, die wie Hanna Schmitt noch in der U20 startberechtigt ist, musste sich da mit 5,16 Meter zufrieden geben. Damit hatte sie aber mit einem Zentimeter Vorsprung dennoch Bronze gewonnen. Aber selbst mit ihrer starken Saisonbestleistung von 5,47 Metern wäre sie in Hösbach Dritte geworden. Hanna Schmitt war in diesem Wettbewerb ebenfalls vertreten. Sie blieb mit 4,86 Meter unter ihren Möglichkeiten und wurde Sechste.