FC 05 Schweinfurt - FC Bayern München II 3:5 (1:2). Tore: 0:1 Nemanja Motika (18.), 0:2 Malik Leon Tillman (39.), 1:2 Kristian Böhnlein (42.), 1:3, 1:4 Nemanja Motika (59., 60.), 2:4 Marco Zietsch (76.), 2:5 Nemanja Motika (86.), 3:5 Adam Jabiri (90.), 3:6 Eyüp Aydin (90.+1).

Kann ein Fußballwetter besser sein als an diesem Dienstagabend. Kaum. Und das sahen auch die Fans so, die zahlreich wie lange nicht mehr ins Sachs-Stadion pilgerten. Dort auch deshalb für lange Schlangen sorgten, weil der Sicherheitsdienst kaum hinterher kam mit Kontrollieren. Was prompt für einen um 20 Minuten verspäteten Anpfiff sorgte. Mit Gleichmut ertrug es das Publikum, zu dem erwartungsgemäß viele Bayern-Fans aus dem Umland gehörten, die im Gästeblock ihr Plätzlein fanden. Wunderlich nur, dass die seit Wochen defekte Anzeige-Tafel im Stadion weiter keine Informationen parat hielt, womit nur das Flutlicht für Erleuchtung sorgte in aufziehender Dämmerung.

In die Aufstellung der Roten hinein schallte ein "Hier regiert der FCS" aus dem Schweinfurter Fanblock, quasi das Intro, was stimmungsmäßig noch kommen sollte in diesem Topspiel der Regionalliga Bayern. Früh attackierten die 05er, wie es FC-Coach Tobias Strobl als Matchplan angekündigt hatte gegen diesen jungen, aber spielstarken Gegner, trainiert von Ex-Bayernstar Martin Demichelis. Auch die erste richtig gute Gelegenheit hatten die Grün-Weißen beim auf der Linie geklärten Kopfball von Kristian Böhnlein nach einem Eckball. Spätestens jetzt war Stimmung in der Bude mit hüpfenden und singenden Fans in beiden Blocks.

Ein schlichter Pass in die Schnittstelle genügte dem Gast, um durch Nemanja Motika vorzulegen, der erst Thomas Haas abhängte, dann im zweiten Versuch FC-Keeper Luis Zwick überwand. Auf der anderen Seite zielte Adam Jabiri zu hoch nach Haas-Flanke, Daniel Adlungs Direktabnahme zischte am Tor vorbei. Zur Wahrheit gehörte allerdings auch, dass die Gäste ein brandgefährliches Umschaltspiel zeigten, dabei einen von Zwick parierten Distanzschuss von Taylor Anthony Booth sowie einen Außennetz-Schuss von Malik Leon Tillman einstreuten. Pech überdies für die Grün-Weißen, dass Daniel Adlung zwar traf, dabei aber im Abseits stand - und dann der Gast auf 2:0 stellte nach einem verhängnisvollen, weil viel zu kurzen Rückpass von Kevin Fery. Die 05er zeigten allerdings eine starke Reaktion mit der Doppelchance für Jabiri und Meris Skenderovic, ehe Kristian Böhnlein von der Strafraumgrenze tatsächlich noch vor der Pause der Anschlusstreffer gelang. Ein Mutmacher zur rechten Zeit gegen abgezockte Jung-Profis.

Dass sonst so anspruchsvolle Schweinfurter Publikum stand trotz Rückstand hinter seinem Team, das vor den offiziell 3340 Zuschauern unverändert aus der Kabine kam. Schade, dass Ferys Seitfallzieher nach Adlung-Flanke von einem bajuwarischen Körper abgebremst wurde. Stattdessen traf der Gast binnen einer Minute gleich zweimal, weil Motika aus 20 Metern unbedrängt abziehen, dann blank stehend aus Nahdistanz einschieben konnte. Die Vorentscheidung. Schnell, passsicher und technisch brillant - diesen Münchner Attributen hatten die 05er nichts gleichwertiges entgegenzusetzen, zumal Oliver Batista Meier nur hauchdünn den fünften Treffer der Gäste verpasste. Immerhin: Kurz nach seiner Einwechslung verkürzte Marco Zietsch mit seinem platzierten Flachschuss was zumindest den grün-weißen Optimisten im Stadion wieder Leben einhauchte. Jabiris Volleyschuss danach geriet zu zentral, sodass Schweinfurts Schlussoffensive bemüht, aber glücklos ausfallen sollte. Motikas dritter Treffer war der endgültige Beweis, dass der Tabellenführer an diesem Abend das klar bessere Team stellte. Nicht einmal das letzte Tor gönnten die gierigen Roten ihrem Kontrahenten, weil erst Jabiri traf, dann Eyüp Aydin per Freistoß das halbe Dutzend vollmachte.

FC 05: Zwick - Billick, Yarbrough, Haas (88. Pfarr), Grözinger - Rinderknecht (62. Kraus), Böhnlein (73. Zietsch), Fery (62. Cekic), Adlung - Skenderovic (73. Suljic), Jabiri.