Extrawürste gibt es keine in Corona-Zeiten. Auch nicht für Sport-Redakteure, die sich von Berufs wegen ein Spiel anschauen wollen. Der Kelch - 2G-Plus - ging also auch an mir nicht vorüber. Andererseits war ich neugierig, ob das kurzfristige Testen denn klappen würde. Mein Plan: Am frühen Nachmittag zum FC 05 gehen, abends zum Hammelburger Volleyball. Anstoß in Schweinfurt: 14 Uhr. Öffnungszeit meiner Teststation im benachbarten Oerlenbach: 12.30 Uhr. Eine zeitlich enge Kiste, weshalb ich bereits zehn Minuten vor der Zeit an der Heglerhalle stand - mit zehn Personen, die noch eher gekommen waren.

Über die Landkreis-Homepage hatte ich mich bereits am Freitagabend für einen Test angemeldet, weshalb ich eine Registrierungs-Email samt QR-Code auf dem Smartphone hatte. Zusammen mit dem Personalausweis war dies meine "Eintrittskarte", die ich vorzuzeigen hatte an der mobilen Teststation der Med3group mit Sitz in Regensburg. "Erst sollte die Teststation am Rathaus sein, aber die Heglerhalle hat logistisch die besseren Voraussetzungen. Das hat sich längst als absolut vernünftige Entscheidung herausgestellt", wird mir später Oerlenbachs Bürgermeister Nico Rogge auf Nachfrage erklären. Die Idee und Umsetzung in Kooperation mit dem Landratsamt sei laut Rogge von der Gemeinde-Sachbearbeiterin Martina Straub gekommen. Für mich eine sehr gute Idee.

Nach nur zehn Minuten war ich an der Reihe, durfte nach der kurzen Überprüfung der Unterlagen wählen zwischen Rachen- und Nasenabstrich. Fünf Minuten später war ich zuhause, wo ich 15 Minuten später mein - negatives wie kostenloses - Testergebnis aufs Smartphone geschickt bekam. Ja, es war ein gewisser Aufwand nötig, damit ich meine beiden Spiele ansehen konnte. Dank PKW und Smartphone aber ein für mich überschauberer Aufwand, der mir ein doppeltes Live-Vergnügen ermöglichte. Eine gute Sache - mit Sicherheit. Aber zum Dauerzustand soll und darf das nicht werden.