Museumsleiterin Annette Späth führt den Kulturausschuss des unterfränkischen Bezirkstags durch das Graf-Luxburg-Museum. Jeder Bezirksrat hat einen Plan in der Hand, in dem die verschiedenen Zimmer des Haupthauses von Schloss Aschach eingezeichnet sind. Späth stellt das Rahmenkonzept vor, nach dem das Museum in den nächsten Jahren neu ausgerichtet werden soll.

"Die Grundidee ist, dass die Grafen uns begrüßen und uns dann ihr Haus zeigen", sagt sie.
Es ist ein Rundgang durch das Museum geplant, mit Mediaguides und interaktiven Elementen. Mehr als 1000 Quadratmeter Fläche werden um- und neugestaltet. Zimmer, die bisher ungenutzt im Verborgenen lagen, sollen mit einbezogen werden. Späth will, dass der Besucher an einem roten Faden durch das Schloss geführt wird. Bisher ist das nicht der Fall. "Das ist das große Problem, dass wir im Haus haben", kritisiert die Leiterin. Ebenfalls wichtig ist ihr, dass wertvolle Ausstellungsstücke besser hervorgehoben werden. Etwa die ostasiatische Kunstsammlung von Graf Karl von Luxburg, die europaweit konkurrenzfähig ist.

Umbau in der Winterpause

"Wir müssen eine didaktische Linie ins Museum bringen, da ist es einfach nicht mehr zeitgemäß", stimmt Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel (CSU) zu. Die Museen Schloss Aschach liegen in der Trägerschaft vom Bezirk Unterfranken. Der investiert nach diversen baulichen Maßnahmen in den letzten Jahren weiter: Der Kulturausschuss hat gestern einstimmig beschlossen, die vorgestellten Vorschläge weiter zu verfolgen. Alles in allem sollen ab Ende 2016 verteilt auf fünf Jahre rund 1,5 Millionen Euro nach Aschach fließen. Endgültig bewilligt ist die Summe nicht. Der Bezirkstag wird jeden Bauabschnitt separat beschließen und die Gelder freigeben. Im Idealfall lassen sich die Umbaumaßnahmen nach und nach während der Winterpause umsetzen.

Die Investitionen betreffen zwar im wesentlichen das Haupthaus, aber nicht nur: Volkskunde- und Schulmuseum sind Teil der Neuausrichtung, ebenso der Bereich für Sonderausstellungen. Es ist ein provisorischer Veranstaltungsbereich im Erdgeschoss der Zehntscheune angedacht. Auf dem Gelände soll der Besucherkomfort verbessert werden, etwa mit einem Kinderspielplatz, Fahrradabstellplätzen und zusätzlichen Toiletten. Die Museen sollen außerdem behindertengerecht erschlossen und barrierefrei zugänglich gemacht werden.

Freie Wähler Bezirksrätin Tamara Bischof (Dettelbach) kritisierte, dass es günstiger gehen müsse. Bei den Vorschlägen des beauftragten Planungsbüros handle es sich teilweise um "Mercedes-Lösungen". Von Museumsseite hieß es, die Vorschläge lägen in einer mittleren Preiskategorie. Thomas Habermann (CSU) hält das Konzept für tragfähig. "Man muss viel Geld ausgeben, wenn man etwas Gutes haben will", entgegnete der Landrat aus Bad Neustadt.