Marlis Schmitt von der Hennebergschule bleibt ganz cool. Die Überraschung, dass die Jury ihrem Aufsatz bei den 4. Klassen den ersten Preis zugesprochen hat, ist abgehakt, die erwartungsvollen Blicke der Zuhörer in der übervollen Bücherei ignoriert sie, die Kamera von TV Touring würdigt sie keines Blickes und ihr Blatt zittert auch nicht wenn sie mit fester Stimme vorliest, wie Tim bei einem Ausflug auf Burg Botenlauben seine Eltern verliert, sich verirrt und im dunklen
Turm dem Geist des Burgkochs begegnet. Der muss wegen des Verrats der Burg seit Jahrhunderten im Gemäuer spuken. Die ruhelose Seele ist sehr einsam und verspricht, dem Jungen zu helfen, wenn er eine Partie Schach mit ihm spielt. Natürlich lässt Tim das eigentlich ganz nette Gespenst mit der Kochmütze gewinnen und kann so bald darauf seine Eltern wieder in die Arme schließen.


Thema Burg Botenlauben

Ähnlich phantasievolle Geschichten rund um die Ruine der Burg des Minnesängers Otto von Botenlauben konnte Oberbürgermeister Kay Blankenburg beim diesjährigen Aufsatzwettbewerb von KissPäd auszeichnen. Bei den dritten Klassen teilten sich Anna-Maria Albert und Lea Arand den ersten Preis und Iselle Kleinhenz' Story vom giftgrünen Lichtmonster auf den Zinnen gewann bei den 5. Klassen. Der Oberbürgermeister widersprach der Meinung, dass nur Fernsehen, spielen an der Konsole und Handy bei den Kids angesagt seien und zitierte Astrid Lindgren, die Lesen als das grenzenloseste Vergnügen ihrer Jugend bezeichnet hat.
Frank Kubitza, Schulleiter des Jack-Steinberger-Gymnasiums und Vorsitzender des 2011 gegründeten Vereins KissPäd, der sich für starke Kinder einsetzt und Familie, Kindergarten, Schule und Stadt zusammenbringen will, freute sich über die große Resonanz des Wettbewerbs: "Schreiben heißt, Gedanken so mitzuteilen, dass sie bewahrt werden können".


Burgfräulein als Glücksfee

Neben dem Schreibwettbewerb hatte der Verein über tausend Lesepässe für Kinder im Alter von 3 bis 12 Jahren über die Kindergärten und Schulen verteilt. Abgestempelt durch drei Ausleihungen konnten sie in eine Lostrommel in der Stadtbücherei eingeworfen werden und eröffneten die Chance auf den Gewinn von Buchgutscheinen.
Carolin Arand, Lehrerin der Hennebergschule führte durch das kleine Programm der Preisverleihung und dankte den Initiatoren von KissPäd, beteiligten Schulen, Kindergärten und der städtischen Bücherei mit Leiterin Gabriele Reichert.
Alle drei Stempel für den Lesepass hat Luis Kiesel mit der Ausleihe von spannenden "Die drei Fragezeichen"-Detektivbüchern erhalten und ist mit seinem Vater Bernd gespannt, ob seine Karte gezogen wird. Leider war ihm Burgfräulein Stefanie als Glücksfee nicht hold, obwohl auch sie aus dem Stadtteil am Fuß der Burg kommt und wie er Kiesel heißt. Dennoch ging er nicht unzufrieden nach Hause. "Die Bücher waren spannend" meinte er, dann hörte er noch der Henneberg-Band zu, die einige Lieder zum Besten gab und beim Hinausgehen schob er sich noch einen kleinen Bounty-Riegel aus dem Naschtopf am Eingang in die Hosentasche.
Dort motivierte Christina Keller, stellvertretende Vorsitzende von KissPäd, die anwesenden Eltern mit ihren Kindern, auch etwas für die Familienfitness zu tun. Schon am übernächsten Samstag beim Rakoczy-Lauf für Familien. Auch diese sportliche Veranstaltung wird von KissPäd organisiert.