Der Jahresrückblick von Bürgermeister Jürgen Karle (FWG) war noch nicht beendet, da
stellte Lothar Kiennen bei der Bürgerversammlung im Feuerwehrhaus einen Antrag auf Änderung der gemeindlichen Abwassersatzung in Sachen Benutzungszwang. "Unsere Gemeinde Wartmannsroth ist nicht auf dem neuesten Stand der Rechtsprechung", machte Kiennen auf ein Oberlandesgerichtsurteil aus dem Jahre 2011 aufmerksam.
Anlass war die Gebührenabrechnung des Abwassers bei Benutzung eigenen Brunnenwassers zum Beispiel für die Toilettenspülung. Also Wasser, das vom Wasserzähler nicht erfasst wird, aber die Kläranlage belastet. "Unsere Satzung entspricht der bayerischen Mustersatzung und gibt es her für eine ordentliche Abrechnung", waren sich Karle und Daniel Görke, der Geschäftsführer der Gemeindeverwaltung, jedoch einig. Dennoch soll der Fall noch einmal überprüft werden.
Das weitere Interesse der Anwohner richtete sich auf die angekündigten Kanalbaustellen. "Von der Kläranlage aufwärts wird es die Sanierungsarbeiten in drei Bauabschnitten geben", antwortete Karle. So weit es möglich sei, werde mit dem Inlinerverfahren gearbeitet, das den Kanal kostengünstig mit einer inneren Kunsthaut vor Undichte schütze. "Freilich wird es auch was kosten", betonte Karle. Noch nicht entschieden sei, ob diese Kosten über die Abwassergebühr oder per Anliegerbeiträge erhoben werden sollen. Froh waren die Windheimer darüber nicht, fühlten sie sich doch "schon vor 15 Jahren als gemolkene Kühe", wie es aus dem Saal ertönte.
Weiteres Thema war die Ausstattung und Erneuerung des Kinderspielplatzes. Für diesen Zweck seien 20 000 Euro Haushaltsmittel berücksichtigt, bestätigte Karle. Eine Initiative sei zusammen mit Susanne Siebenlist schon tätig. Die künftigen Spielgeräte seien aus langlebigem Pinienholz. Offene Ohren hatte der Bürgermeister für die Dorfverschönerungen des ansässigen Vereins "Gartenfreunde für Dorfkultur", die ihre Pflanzaktionen ankündigten. Diese ehrenamtlichen Gärtner freuten sich über Karles Bestätigung, dass die Reparaturarbeiten für das Geländer am Brunnengarten schon in Auftrag gegeben wurden.
Die Kosten für Holzplätze standen ebenfalls im Blickpunkt einiger Anwohner. Schon zu den Zeiten der Flurbereinigung habe man dafür gezahlt, riefen einige Nutzer in Erinnerung. Mit eigener Kraft habe man diese Plätze seinerzeit hergerichtet. Die Gemeinde sollte die Wegegräben regelmäßig säubern, lautete eine Bitte zum Schutz vor Überschwemmung. Und die Jagdgenossen wünschten eine Beteiligung der Gemeinde an den Wegebaukosten. Fehlende Feldsteine und einen irrtümlich über Privatgrund führenden Weg zum See meldete ein weiterer Anwohner.