Das zweistündige Konzert von Samuel Harfst (Gesang, Gitarre), seines Bruders David Harfst (Percussion, Klavier, Rhodes) und Dirk Menger (Cello, Klavier, Rhodes, Bass) zog die Zuhörer in der nahezu voll besetzten Michaelskirche in den Bann.

Die eingängigen Melodien und tiefgehenden Texte des ehemaligen Straßensängers Samuel Harfst, der trotz seines jungen Alters eine erstaunliche Karriere als Musiker hinter sich hat, gingen dem Publikum sofort ins Gemüt. Auffallend viele jüngere Zuhörer waren darunter. Die schätzten die Vielfalt von poppiger Rhythmik, kontemplativen Songs mit authentischen Texten und aufbauend guter Laune.

"Es rührt mich an, weil diese Lieder ehrlich rüber kommen", war Zuhörerin Petra Göbel begeistert. Das betreffe sowohl die einfühlsamen Texte als auch die eingängige Musik. "Das Konzert hat einen meditativen Charakter und passt deshalb gut in die Michaelskirche", meinte Zuhörerin Ingrid Klauer. "Die eigenen Alltagssorgen kann man bei diesem Konzert vergessen", so Zuhörerin Ingrid Mützel. Allerdings konnten die Zuhörer nicht immer die Texte akustisch einwandfrei verstehen, wurde allgemein bedauert.

"Ich habe viele meiner nachdenklich machenden Erlebnisse eingearbeitet", sagt Samuel Harfst der Zeitung. Er sprach und sang über seinen Glauben, den er in seiner Jugend oft als bedrückend, weil eng empfunden habe, über seine tiefen Gefühle, aber auch von Gott. Dennoch: "Ich bin eher ein Philosoph als ein Kleriker", betont der Musiker und Songwriter. Aber er ist Theologie, hat sich intensiv auch mit Meister Eckart befasst, dessen Texte er zum Teil ebenfalls in Liedern interpretierte. Harfst sieht sich selbst als "Christ mit wachem Bewusstsein." auch den den Kirchentagen ist er regelmäßig vertreten, zuletzt in Hamburg.

"Eins zu eins sollen meine Lieder im Publikum ankommen", wünscht sich Harfst. Dass die Songs wie zum Beispiel "Mit Dir kommt der Sommer" oder "Anders als Du denkst" auch in Hammelburg sofort einschlugen, war zu erwarten. Viele Zuhörer kannten Harfst schon, obwohl Harfst auf Einladung von CVJM und evangelischer Jugend erstmals bei öffentlichen Veranstaltungen in der Region auftrat. Sie reisten zum Teil von weit her an, etwa von Marktheidenfeld, Mellrichstadt oder Lohr. Spontan wurde mitgeklatscht und Harfst freute sich darüber, konnte man seinen Reaktionen auf der Altarbühne entnehmen.

Der Barde war jenem historischen "Mann ohne Kleider, der mit Nägeln am Körper an der Wand steht" auf der Wahrheitsspur. Die verschieden farbigen Strahler im Hintergrund beleuchteten die grauen Kirchenwände von St. Michael mit zunehmender Dunkelheit des Abendhimmels und setzten zusätzliche Glanzlichter in den baumelnden Zuhörerseelen. Da hinein passten auch Mengers eigene Klaviersoli gegen Konzertende. Frenetischer Schlussapplaus forderte noch Zugaben.