Beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden" ernteten die Rottershäuser von der Bewertungskommission viel Lob. Vor allem von der Geschlossenheit, die sich nicht nur beim Blick auf den Ort bietet, sondern sich auch im Alltagsleben der Bewohner widerspiegelt, zeigte sich die Jury beeindruckt. Und so war es auch nicht verwunderlich, dass Rottershausen schließlich den ersten Platz belegte und damit den Landkreis Bad Kissingen beim Bezirksentscheid
für den Wettbewerb vertreten wird.
Fein hatte sich das Dorf herausgeputzt, um die Fachjury, die zuvor bereits Hassenbach und Ramsthal unter die Lupe genommen hatte, zu überzeugen. Die Vereine und Gruppierungen sowie die Gemeinde hatten alles vorbereitet, die Verantwortlichen um Robert Erhard und Dieter Werner einen Gang durch und um das Dorf mit exaktem Zeitplan entwickelt.
Allerdings kam die Jury mit 30-minütiger Verspätung, die aber sogar die Kindergartenkinder ruhig hinnahmen, um dann ihr Begrüßungslied und einen Tanz aufzuführen.


Drei Stunden Zeit

Beim Rundgang erhielten die Fachleute umfassende Informationen zu all dem, was Rottershausen lebens- und liebenswert macht. Einen guten Eindruck machte es auch, dass etwa 60 Bewohner von Jung bis Alt, wie auch der 87-jährige Karl Staab, die Jury begleiteten. Dazu gab es Raststationen wie am Haus der Bäuerin, wo Käse- und Zwiebelplootz frisch aus dem Backofen gereicht wurden. An anderen Stellen, wie bei den Bulldogfreunden oder an der Grotte, wären einige gerne länger geblieben, aber es gab in den drei Stunden ja noch mehr zu sehen.
Beim Resümee im Musikerheim zogen die Jurymitglieder - ohne das Ergebnis vorwegzunehmen - ein erstes Fazit. Den Part Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen würdigten Cornelia Kuhlmann (Landratsamt) und Alexander Schneider (Bürgermeister Geroda): "Rottershausen ist hervorragend aufgestellt. Ortsansässige Unternehmen bieten Arbeitsplätze und Dienstleistungen. Die Bewohner identifizierten sich mit dem Dorf. Der Bürgerbus mit ehrenamtlichen Fahrern ist eine tolle Einrichtung. Machen Sie kreativ und selbstbewusst weiter."
Kreisbäuerin Rita Jörg und Kreisheimatpfleger Christian Neugebauer lobten den vorbildlichen Zusammenhalt im Ort, die Vereine, die vielfältigen Freizeitangebote, das Haus der Bäuerin und neben vielem anderen besonders auch das Lutzi-Festival. "Sie können stolz auf Ihre Jugend sein."
Auf Baugestaltung und -entwicklung gingen Kreisbaumeister Günter Stammwitz und Architekt Reinhard Seufert ein. Sie stellten fest, dass Bauten nicht über die Waldkuppen hinausragen und damit die natürlichen Grenzen gewahrt blieben.


Keine Bausünden

Bei der Dorferneuerung seien Straßen und Gassen nicht verbreitert worden, um den dörflichen Charakter zu erhalten. Gewerbliche Gebäude fielen nicht negativ auf. Alte Bauten, wie die Schule, seien nicht abgerissen worden, sondern hätten eine neue Verwendung gefunden. Leerstände gebe es kaum. Hausgärten würden in ursprünglicher Form genutzt. Die gleichbleibende Einwohnerzahl stabilisiere die Gemeinschaft.
Die Grüngestaltung nahmen Irmgard Heinrich als Kreisvorsitzende des Kreisverbandes für Obst- und Gartenbau und Landschaftsarchitektin Susanne Siebenlist unter die Lupe: "Das Dorf mit seinem Grüngürtel geht nahtlos in die Landschaft über. Nicht zu viele Flächen sind versiegelt. Im Ort gebe es mit Gärten und Obstbäumen viele ökologische Zonen. "Wer so viele ehrenamtliche Kräfte, die sich beispielsweise um Grotte oder Obstlehrpfad kümmern, besitzt, darf sich glücklich schätzen."
Peter Piel (Naturschutzbehörde Landratsamt) und Karl Schwarz (Bund Naturschutz) stellten fest: "Sie besitzen eine intakte Natur- und Kulturlandschaft mit Biotopen und artenreichen Wäldern. Die Ackerflächen werden intensiv genutzt. Insektenhotels und Fledermauskästen fördern die Tiervielfalt. Aufgefallen sind uns die vielen Nussbäume."
Insgesamt gab es viele Komplimente. Die Kommission leitete Dieter Büttner, Kreisfachberater für Gartenbau und Landschaftspflege. Gleich im Anschluss setzte sich die Jury zusammen, um sich ein Urteil zu bilden.