Insgesamt 100 000 Euro kostet der neue Lebensretter, der am Wochenende übergebene nagelneue Rettungswagen des Bayerischen Roten Kreuzes. Wie der für den Kissinger Fuhrpark verantwortliche Manuel Vorndran vor rund 30 meist hauptamtlichen Mitarbeitern ausführte, löst der neue Rettungswagen ein Vorgängermodell ab, das hier fünf Jahre im Einsatz war und inzwischen eine Laufleistung von über 300 000 Kilometern aufweist.

Das neue Rettungsgerät vom Typ BY RTW 2019 ist ein Fahrzeug der neuesten Generation und weist bereits zum Vorgängermodell aus dem Jahr 2018 erhebliche Unterschiede auf. So sind zwar alle Fahrzeuge mit einem hochmodernen Beatmungsgerät, vergleichbar wie in einer Klinik, EKG und vielen modernen Medizingeräten ausgestattet, die zahlreichen Neuerungen sind zum Teil aber kaum sichtbar. So fehlt bei dem Mercedes der Ölmessstab komplett, der Ölstand wird bei jedem Motorstart elektronisch angezeigt. Martinshorn und Kompressorfanfare sind nun im Stoßfänger integriert.

Viel Wert auf Sicherheit

Überhaupt wurde sehr viel Wert auf Sicherheit und Sichtbarkeit von Fahrzeug und Besatzung gelegt. So wurde schon bei den Vorgängerfahrzeugen im Rahmen der Realisierung des Hochsicherheitskonzepts eine auffällige Rot/Gelb Lackierung vorgenommen. Nun ist für das Heck noch eine seitliche Warnmarkierung, sogenannte "Chevrons", aufgebracht. Das Fahrzeug hat sowohl innen als auch außen LED-High Performance-Scheinwerfer erhalten, zusätzlich sind zum "normalen Blaulicht" vorne, oben und hinten nun an jeder Seite zwei weitere blaue LED-Seitenkennleuchten und, ganz wichtig für die Radfahrer: auf der rechten Seite befindet sich zur Erleichterung von Abbiegevorgängen nun auch noch ein Seitenkamerasystem.

Über einen einfachen Taster kann nun die Wechselsprechanlage zwischen Fahrer- und Patientenraum bedient werden und im Patientenraum befindet sich zudem ein regelbarer Zusatzlautsprecher. Die Betreuersitze wurden nochmals verbessert, ein Wechselrichter für 230 Volt wurde eingebaut, zudem ein Staufach für einen Thermodrucker. Selbst das Ein- und Aussteigen wurde dank einer elektrisch zu betätigenden Trittstufe am seitlichen Einstieg erleichtert. Dazu kommen noch viele kleine Verbesserungen und Neuerungen sowohl in der Fahrer- wie auch in der Patientenkabine.

880 000 Kilometer zu Einsätzen unterwegs

Nach und nach werden alle 107 Mitarbeiter eine Einweisung auf dem neuen Fahrzeugtyp erhalten, denn es ist zu erwarten, dass mit der Zeit auch die vorhandenen Rettungswägen ausgetauscht werden müssen. So wurden allein in 2018 im gesamten Kreisverband Bad Kissingen mit seinen vier Rettungswachen und einem Stellplatz 27 014 Einsätze mit einer Kilometerleistung von über 880 000 Kilometern erbracht.