Radfahrer, Wanderer und Anwohner dürfen sich freuen. Der Weg zwischen dem Bad Kissinger Stadtteil Arnshausen und dem Wittelsbacher Turm lässt sich jetzt wieder leichter zurücklegen, ebenso die Arnshäuser Runde.
Denn die Brücke über den Lollbach, in der Straße "Im Brühl", nahe der Fuchsmühle, ist wieder begehbar. Am Freitagvormittag wurde das Bauwerk offiziell von Bürgermeister Kay Blankenburg und dem Leiter des städtischen Bauamtes, Jan Voll, für den Verkehr freigegeben. Allerdings dürfen diese neue Brücke nur Fußgänger und Radfahrer nutzen. Landwirtschaftliche Fahrzeuge oder Pkw bleiben außen vor.

Der Neubau war notwendig geworden, da die bisherige Überquerung aus Beton massive Schäden aufwies. Diese wurden 2011 bei einer Prüfung festgestellt. Die Tragfähigkeit war nicht mehr gegeben. "Deshalb haben wir die Brücke bereits im Mai 2012 für den Kfz-Verkehr gesperrt", erklärt Thomas Hornung. Er ist der in der Stadtverwaltung zuständige Referatsleiter für Tiefbau und war bei der Freigabe ebenfalls dabei.

Ursprünglich hatten er und seine Mitarbeiter geplant, das Bauwerk "bestandsnah" zu sanieren, wie es im Amtsdeutsch heißt. Im November 2015 stimmte der Stadtrat noch dafür. Doch bei den Haushaltsberatungen für 2016 wurde das Vorhaben gestrichen, die Planungen gingen aber weiter. Drei Varianten kamen dabei heraus: 1. ein Neubau als Betonbrücke, 2. ein Neubau nur für Fußgänger und Radfahrer und 3. der Abriss. Der Bauausschuss des Stadtrates entschied sich in seiner Sitzung im Juli 2016 für Variante zwei. Im November vergangenen Jahres starteten schließlich die Bauarbeiten.


Geländer aus Eichenholz

Zunächst wurde die alte Brücke abgerissen. Anschließend setzten die Baufachleute die Widerlager instand. Dabei handelt es sich um die Verbindung zwischen Brücke und befestigter Böschung. Danach wurden die Stahlträger montiert, die die Brückengrundlage über den Lollbach bilden. Abschließend brachten Mitarbeiter einer Holzbaufirma den Bohlenbelag und das Geländer an. Dafür wurde aber kein typisches Bauholz verwendet, sondern ganz bewusst das der Eiche. "Die Bestandteile sind außerdem unbehandelt", erklärt Norbert Hemberger vom Ingenieurbüro, das mit der Feinplanung beauftragt worden war.

Die Planer versprechen sich von dem Eichenholz eine lange Haltbarkeit mit wenigen Unterhaltskosten. Hemberger schätzt, dass es voraussichtlich erst in 20 Jahren behandelt werden müsste. Einzigartig ist das Arnshäuser Bauwerk aber nicht. "Wir haben schon letztes Jahr eine solche Brücke in Garitz errichtet", erklärt Referatsleiter Hornung. Als weitere Besonderheit weist er auf das Geländer hin. Es ist 1,30 Meter hoch und soll Radfahrer vor einem Sturz in den Lollbach schützen. "Sie könnten bei der üblichen Höhe von einem Meter drüberfallen", erklärt der Ingenieur.

Rund 40 000 Euro haben die Brückenbauarbeiten gekostet, die allesamt von einheimischen Fachfirmen erledigt wurden. "Wir haben den Bauarbeitern manchmal Kaffee oder Wasser rübergebracht", schildert Matthias Krines, der direkt gegenüber der Brücke wohnt. Er freut sich, dass die Überquerung nun fertig ist. "Wir brauchen sie schon. Hier herrscht viel Verkehr", sagt er. Schließlich ist die Brücke Teil des Radwegs nach Euerdorf. Deshalb hätten in den vergangenen Wochen etliche Wanderer und Radfahrer bei ihm nach Ausweichrouten gefragt.