Bad Kissingen — In der Nähe des Luitpoldsprudels wird an der Saale derzeit kräftig gebaggert. Das Wasserwirtschaftsamt will damit dort einen besseren ökologischen Zustand des Flusses erreichen.
Gewässer müssen nach der europäischen Wasserrahmenrichtlinie in einen guten ökologischen Zustand versetzt werden.
An der Fränkischen Saale ist dies bisher noch nicht erreicht und wird nach Einschätzung des Wasserwirtschaftsamtes erst nach 2021 erwartet. Maßnahmen zur Verbesserung der Durchgängigkeit der Saale für Fische, Ufer- und Sohlgestaltung und begleitende Maßnahmen sowie Initialmaßnahmen zur Eigenentwicklung seien daher zwingend notwendig.

Raum für Fische

Unterhalb des Walzenwehres am Luitpoldsprudel wird deshalb derzeit die eingetiefte Sohle stabilisiert und ökologisch durchgängig umgestaltet. Die Sohlanhebung soll auf der linken Gewässerhälfte durch das Einbringen von gemischtkörnigem Material und die Anordnung von Natursteinschwellen erfolgen. Ziel ist die Reduzierung der Gefällesprünge und der Fließgeschwindigkeit, sodass alle wandernden Fische und Kleinstlebewesen diesen Gewässerabschnitt passieren können.
Durch die gleichmäßige Anhebung der rechten Gewässersohle soll gleichzeitig die Durchgängigkeit vor allem für die "stärkeren" Fische hergestellt werden. Diese Gewässerhälfte dient außerdem als Bootsgasse für den Bootswanderverkehr, so dass auf ein Umsetzen verzichtet werden kann.

Schutz vor Hochwasser

Circa 50 Meter flussabwärts werden an einem weiteren Gefällesprung zwei Sohlschwellen eingebaut. Damit sollen das Sohlgefälle und die Fließgeschwindigkeit reduziert werden, so dass auch hier die Durchgängigkeit optimiert wird. Außerdem wird damit ein Auflandungsprozess von Flusskies in den Zwischenbereichen initiiert.
Das rechte Vorland unterhalb des Walzenwehres soll abgesenkt und somit das Ufer mit dem Fluss besser vernetzt werden. Im Anschluss entsteht für die Fische eine neue wertvolle Flachwasserzone, in der sich wertvolle Laichplätze entwickeln können. Insgesamt werden etwa 500 Quadratmeter neuer Rückhalteraum bei Hochwasser geschaffen. 1500 Tonnen Wasserbausteine werdem eingebaut.

Umbau am Fluterkanal

Der trocken gefallene ehemalige Fluterkanal wird teilweise verfüllt und somit dauerhaft bewirtschaftbar sein. Die vorhandene linksseitige Fluterkanalmauer wird bis um die Hälfte eingefüllt, sodass die Standsicherheit verbessert und der zukünftige Unterhaltungsaufwand minimiert wird. Auf der rechten Fluterkanalseite soll eine dreireihige, rückseitig versetzte Natursteinmauer die Anbindung an das Gelände verbessern. Dies führt zu einer Reduzierung der Absturzhöhe. Auf eine Absturzsicherung kann daher verzichtet werden. Die neu modellierte Fläche wird zukünftig dauerhaft gemäht sodass dass neu sanierte Walzenwehr und der Steg am Luitpoldsprudel richtig zur Geltung kommen. Die Baukosten des Projektes belaufen sich auf circa 110 000 Euro. red