Jörg Schaffelke kann gut einen Vergleich zwischen einer Großstadt und dem Land ziehen. Er arbeitet wochentags zwar in Köln, lebt aber in Pfaffenhausen. "Wir wohnen in einer Gegend, in der andere Urlaub machen", sagt Schaffelke. Er spricht von der hohen Lebensqualität, die Pfaffenhausen bietet: "Man ist in der Natur, kann spazieren gehen oder Sport machen."

Die Dorfgemeinschaft halte zusammen.
Schaffelke, der aus Viersen am Niederrhein stammt und nach der bundeswehrtypischen Odyssee durch Deutschland seit etwa sechs Jahren in Pfaffenhausen lebt, engagiert sich daher zum Beispiel beim Lederhosenstammtisch. Fast logisch, dass der 54-Jährige auch im Festausschuss für das Jubiläum mithilft.

Im vergangenen Sommer entschied sich die Dorfgemeinschaft, 1111 Jahre Pfaffenhausen zu feiern. "Es war eigentlich ein Jahr zu spät", sagt Karl-Heinz Glück. Der Ortsbeauftragte spricht damit auf den großen Aufwand für Organisation und Vorbereitung an.

Es ist kein glattes Jahresjubiläum wie sonst üblich. "Vor drei, vier Jahren wurde ein Dokument gefunden, das die erste urkundliche Erwähnung von Pfaffenhausen auf das Jahr 902 datiert", erklärt Glück. Bis dahin wurde anhand von Unterlagen das Geburtsjahr von "Fafunhusen" auf das Jahr 907 gelegt, wie die neue Chronik erzählt. An der hat Glück mitgearbeitet.

Die jüngere Geschichte von Pfaffenhausen ist vor allem durch den Truppenübungsplatz geprägt. "1893 begannen die Verhandlungen für die Einrichtung eines Truppenübungsplatzes auf Teilen der Gemarkung Pfaffenhausen, Fuchsstadt, Hundsfeld und Bonnland", erzählt die Chronik. Glück erläutert, dass die Bauern anfangs noch die Flächen pachten konnten. Spätestens mit der Bundeswehr war das aber vorbei.

Wohl so in den 50er Jahren endete auch der Weinbau in Pfaffenhausen. Glück: "Es wurden einst 90 bis 120 Hektar Wein angebaut. Es gab mehr Häcker als Bauern." Doch bereits bis 1920 verringerte sich die Fläche laut Chronik auf 9 Hektar.

Pfaffenhausen stand finanziell immer gut dar, wie der Ortsbeauftragte resümiert. "Ein Glück für den Ort war die Gründung des Darlehenskassenvereins im Jahr 1890." Dieser versorgte nicht nur die Bauern mit Geld. 1912 half der Darlehenskassenverein der Gemeinde, den Bau des Reidelbergwegs zu finanzieren. Später gab es dank der Bundeswehr Zuschüsse - bis zur Eingemeindung nach Hammelburg. Kein Wunder, dass diese erst im dritten Anlauf klappte.

Glück lächelt bei der Frage, ob sich Pfaffenhausen heute mit seinem Status als Stadtteil arrangiert hat. Er sieht den Ort zumindest in einer guten Verfasstheit. So sind kaum leer stehende Häuser auszumachen. Die Natur, die dörfliche Struktur, die sich erhalten hat, und die aktive Dorfgemeinschaft nennt Glück als weitere Belege. Und auch er spricht von Lebensqualität.