Vor 50 Jahren, im März 1972, fanden zum ersten Mal Kommunalwahlen für die neue Großgemeinde Oelrenbach statt. Die Oerlenbacher Gemeinderäte beschäftigten sich in ihrer jüngsten Sitzung mit dem anstehenden Jubiläum "50 Jahre Großgemeinde". Sie stimmten der vom Kultur- und Sozialausschuss vorbereiteten Liste an Veranstaltungen zu und sie genehmigten auch den Kostenrahmen von rund 24 500 Euro. In diesem Budget sind jedoch noch keine Gelder für die Bürgerprojekte, für die Chronik und für die Ausstellung berücksichtigt. Zudem waren alle Gemeinderäte bereit, auf zwei Sitzungsgelder zu verzichten. Mit dem gesparten Betrag soll der Bau einer Liegebank am geografischen Mittelpunkt der Gemeinde finanziert werden.

Alexander Böse war mit der örtlichen Rechnungsprüfung für das Jahr 2019 zufrieden. Er hatte keine großen Fehler oder Ungereimtheiten aufzuzählen. Wie in letzten Jahren lag das Hauptinteresse auf den überplanmäßigen und den außerplanmäßigen Ausgaben. Böse zeigte an Beispielen, wie die Differenz-Beträge entstanden und wie sie verbucht wurden. Gar nicht selten waren es Kosten, die auf einer anderen Haushaltsstelle landeten als vorgesehen. Er führte exemplarisch die Ausgaben für die Digitalisierung der Schulen auf und verwies auf die Tilgung eines Darlehens. Alle Vorgänge konnten die Prüfer nachvollziehen.

Der Haushalt 2019 schloss mit rund 8 Millionen Euro im Verwaltungs-, und 6,6 Millonen Euro im Vermögenshaushalt. Als erfreuliches Ergebnis nannte Alexander Böse auch die überraschend hohe Zuführung von rund 1,5 Millionen Euro in den Vermögenshaushalt. Die notwendigen Beschlüsse fasste der Gemeinderat einstimmig und entlastete so auch die Verwaltung von 2019. Böse und sein Team müssen jetzt den Haushalt von 2020 prüfen, der Bericht steht schon in Kürze auf der Agenda des Gemeindeparlaments.

Regenreicher Sommer tat dem Wald gut

Die positiven Nachrichten über den Gemeindewald überwogen beim Bericht von Förster Matthias Lunz. Die Bäume sind vom Schädlingsbefall kaum betroffen, die Eichen kommen mit dem Klimawandel, der steigenden Temperatur und den fehlenden Niederschlägen in den letzten Jahren gut zurecht. Und die letzten regenreichen Monate, so Lunz, haben dem Wald gut getan. Der Forstfachmann führte die einzelnen Waldflächen auf und beschrieb die Arbeiten, die Areal für Areal notwendig waren.

Holz wurde 2020 weniger geschlagen als es die Forsteinrichtung vorsah. Grund waren auch die damals niedrigen Holzpreise. Aktuell steigen die Holzpreise, deshalb soll mehr Holz geerntet werden, um höhere Einnahmen zu erzielen. An einigen Stellen testet der Förster neue Baumarten; Libanon-Zedern und Baumhasel werden gepflanzt und beobachtet. Diese gedeihen unter den erwarteten klimatischen Verhältnissen gut.

Die Sanierung und der Ausbau des Waldweges bei Eltingshausen ist das große Projekt des kommenden Jahres. Die Trasse durch den Wald ist in schlechtem Zustand. Die Gesamtkosten für die Sanierung des Hauptweges liegen laut Lunz bei 90 000 Euro, der notwendige Zusatzweg kostet 10 000 Euro. Die Investition für den zweiten Weg wird wohl nicht gefördert, der erwartete Zuschuss für den Hauptweg liegt bei rund 70 Prozent. Am Ende müsse die Gemeinde "rund 47 000 Euro in die Hand nehmen". Der Gemeinderat genehmigte den vorgelegten Abschlussplan für das Vorjahr und votierte auch für die Planungsdaten für 2022 sowie den Wegebau.

Zuschuss zu Projekt Denkort

Ohne große Diskussion befürwortete die Mehrheit der Gemeinderäte bei einer Gegenstimmt den Bauantrag eines Gebäudes in Ebenhausen. Sie folgten dem Förderwunsch der Caritas und stimmten für die Beteiligung am Projekt Denkort, das an die Deportation jüdischer Mitbürger im Dritten Reich erinnert. Obwohl es für Oerlenbach eine Verschleppung von jüdischen Bürgern nicht belegt ist, wollen die Ratsmitglieder dem Projekt 500 Euro zukommen lassen. Einig war sich das Gremium auch über die Beleuchtung im Baugebiet Thüringer Straße in Eltingshausen und vergab den Auftrag für neuen LED-Leuchten.

Wohnhaus statt Spielplatz

Aus der ehemals für einen Spielplatz vorgesehen Fläche "Weinberg-Wiesenau" in Rottershausen wird ein Bauplatz. Das sieht die 2. Änderung des Bebauungsplanes vor. In der Nähe der bestehenden Häuser gibt es ausreichend Spielplätze und Möglichkeiten für die Kinder, argumentierte der Gemeinderat schon in vorherigen Sitzungen. Nun kann dort ein Gebäude unter strengen Bedingungen entstehen. Die Umwidmung der Fläche gilt als Maßnahme zur Förderung der Innenentwicklung.