Die Folgen des Starkregens in der Weyersfelder Flur waren überwiegend den plötzlichen und hohen Niederschlagsmengen geschuldet. Innerhalb von 15 bis 20 Minuten waren nach Messungen einzelner Landwirte bei dem Gewitterregen neben Hagel vor Ort auch bis zu 40 Liter Regen je Quadratmeter gefallen. Gegen solche extremen Naturphänomene könne man sich nicht schützen, so das Fazit der Bauern vor Ort.

Sie argumentierten damit gegen die Vermutungen von Lothar Fuchs, der in einem Leserbrief monotone und große Felder, zu wenige Gebüschriegel und Wiesen, aber auch Bodenverdichtung durch schwere Landmaschinen als mitverursachend benannte.

"Lasst uns nicht übereinander reden, sondern lieber miteinander sprechen." - Entsprechend diesem Motto wurden die im Ortsverband des bayerischen Bauernverbandes organisierten Weyersfelder Bauern aktiv und luden den Verfasser des Leserbriefes zum jüngsten Unwetter in der Weyersfelder Flur (aufgetreten am 13. Mai) zur einer Inforunde und einen Gang durch die umliegenden Felder des Dorfes ein. Denn einige der Argumente und Vorhaltungen im Leserbrief waren nach Ansicht der Bauern sehr verallgemeinernd und teilweise für die Landwirtschaft in Weyersfeld unzutreffend und falsch.

Lothar Fuchs war der Einladung gefolgt, um sich aus erster Hand zu informieren. Mit dabei auch Richard Wolz (Marktheidenfeld), Kreisobmann des BBV Main-Spessart. "Die Weyersfelder Äcker liegen in keinem einfachen, weil stark durch Hügel und Tälern geprägten Gelände", stellten Thomas Fella und Klaus Heim bei der Exkursion durch die umliegenden Felder fest. Auch sei die Parzellengröße - trotz Zusammenlegung - gegenüber anderen landwirtschaftlich intensiv genutzten Gegenden, noch relativ klein. Dies konnte Lothar Fuchs besonders am Flurdenkmal des Bildhauers Kurt Grimm auf der Bergkuppe des Reßberges, bei einem weiten schönen Rundblick über die Weyersfelder Flur und dem folgenden Rundgang bis hinauf zur Kohlplatte selbst in Augenschein nehmen. Gesegnet wurde das Denkmal im Jahr 2013 beim Abschluß der Weyersfelder Flurbereinigung.


Wasser einfach durchgeflossen

"Die Landschaft war schon immer so offen, wie jetzt - bei der Flurbereinigung wurde kein Busch entfernt", stelle Thomas Fella dort fest. "Beim Vorbeifahren nach Hammelburg auf die Autobahn ist bei mir der Eindruck der ausgeräumten Landschaft entstanden", sagte Fuchs dazu.

Mit der Flurbereinigung habe man vielmehr rund zehn Hektar neue Ausgleichsflächen geschaffen, ergänzte Klaus Heim aus der zwölf Teilnehmer umfassenden Bauernrunde. Bestehende Gebüschreihen wurden verlängert und neue Gehölzriegel, die jetzt langsam heranwachsen, angelegt. Die bereitgelegte Karte dokumentierte übersichtlich die Aktivitäten. "Selbst bereits vorhandenes Buchwerk hat diese Wassermassen nicht aufhalten können, es ist einfach hindurch geflossen", stellten einige Bauern fest.

Wenn in hügeligem Gelände ein solcher Starkregen nieder gehe, habe selbst der bewachsene Boden keine Chance, das Wasser so schnell aufzunehmen und auf Dauer zurückzuhalten. Über Wiesen und durch Getreidefelder sei es einfach hinweg geströmt, ohne größeren Schaden anzurichten. Bei den Feldern, die auf Grund der Fruchtfolge, zum Beispiel mit Rüben oder Mais frisch eingesät waren, wurde Boden mitgeschwemmt.


Mehrere Biotop-Tümpel

"Was kann man für den Bauern noch zusätzlich machen, damit nicht noch mehr passiert", fragte Fuchs. "Bei diesem Starkgewitterregen sind wir noch gut weggekommen", war ein Bauer überzeugt. 70 Prozent der Fläche war mit Wintergetreide und anderen hochgewachsenen Saaten bereits geschützt. Gegen solche Extremereignisse gebe es keinen umfassenden Schutz.

Mit der Flurbereinigung habe man im Tal unterhalb des Reßberges zusätzlich mehrere Biotop-Tümpel angelegt. Diese sind die meiste Zeit im Jahr trocken, bieten aber einen Puffer für größere Wassermassen. Aber man könne für weitere Ausnahmefälle die Hänge nicht mit Gräben und Teichen durchziehen. Auch das Wegenetz habe man mit der Flurbereinigung reduziert und Schotterwege zurückgebaut, so die Landwirte im Gespräch.
"Nach den Gesprächen sehe ich jetzt vieles anders, habe eine teilweise andere Meinung, speziell zu Weyersfeld", zog Fuchs in der Abschlussbesprechung Fazit. Vielleicht finde sich wieder einmal eine Gelegenheit, wo er dies auch öffentlich kundtun könne, sicherte er den anwesenden Bauern zu.

Auch die Weyersfelder Landwirte sahen den Meinungsaustausch positiv. "Wir könnten doch alljährlich eine ähnliche Veranstaltung zur Information für interessierte Bürger organisieren", so die Idee und der Vorschlag aus der Runde. Helmut Hussong