Nach den Vorstellungsrunden am Wochenende zu urteilen, haben die Christsozialen am Dienstag bei der Kür ihres OB-Kandidaten die Auswahl aus mindestens fünf Personen.
Die CSU ist in Bad Kissingen seit Jahrzehnten die Partei mit den meisten Mitgliedern. Aus ihren Stimmenanteilen bei den Kommunalwahlen leitet sie mindestens ebenso lange den Anspruch ab, das kommunalpolitische Geschehen entscheidend zu prägen. Es liegt deshalb auf der Hand, dass sich die Christsozialen in der Kurstadt leichter tun als andere, Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl zu finden. So viel Auswahl bei der Suche nach einem Kandidaten oder einer Kandidatin für das Amt des Stadtoberhaupts, wie diesmal, hatte die Kissinger CSU aber noch nie.
Nach den Vorstellungsrunden am Wochenende sieht es so aus, als könnten bei der entscheidenden Stadtversammlung am Dienstag, 15. Oktober, fünf Bewerber den Hut in den Ring werfen. Vielleicht werden es sogar mehr.
Fest kalkulieren darf man nach Angaben aus der Partei, für die Nominierungsversammlung mit den vier Namen, die bereits bekannt sind. Schon zu Jahresanfang als möglicher Bewerber gehandelt worden ist Lars Streiberger. Danach kamen Hans-Jörg Rustler und Ulrich Wittfeld hinzu. Vor etwa vier Wochen schließlich wurde bekannt, dass auch Gerhard Schneider, der Geschäftsleitende Beamte der Stadt Bad Kissingen, zu einer Kandidatur bereit ist.
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Schneider ist damit unter den bisher bekannten Bewerbern für die Kandidatenkür innerhalb der CSU der mit der besten Kenntnis der bestimmenden Themen in der Stadtpolitik. Der 58-Jährige arbeitet seit über 30 Jahren für die Stadt. Der CSU gehört der Münnerstädter ebenfalls rund drei Jahrzehnte an. Umfassende Verwaltungserfahrung, zum Teil im Kissinger Rathaus, bringt auch Hans-Jörg Rustler mit. Als Schneider noch Stadtkämmerer war, wirkte Rustler eine Zeitlang als dessen Stellvertreter. Danach leitete er das Standesamt der Großen Kreisstadt. Vor ein paar Jahren verließ er die Stadtverwaltung. Inzwischen ist er Geschäftsleiter der Gemeinde Geldersheim im Landkreis Schweinfurt.
Knapp unterlegen
Streiberger ist Leiter der Justizvollzugsanstalt im hessischen Hünfeld. Kissinger kennen ihn als Darsteller von König Maximilian II. beim Rakoczy-Fest. Zudem gehört er dem Vorstand des Rotkreuz-Kreisverbandes an. Wittfeld ist Unternehmensberater. Kommunalpolitisch vor Ort in Erscheinung getreten ist er einmal kurz und heftig 2007. Als es damals um die Bewerbung für die Nachfolge von Karl Heinz Laudenbach ging, war er CSU-intern Konkurrent von Alexander Zöller um die Kandidatur. Bei der Nominierungsversammlung unterlag er damals jedoch gegen Zöller, der seinerseits gegen Kay Blankenburg (SPD) in der Stichwahl nur knapp den Kürzeren zog.
Am Sonntag, bei den internen Vorstellungsrunden in den Vorständen der CSU-Ortsverbände Garitz und Reiterswiesen, war nach Angaben aus CSU-Kreisen ein möglicher fünfter Bewerber um die Kandidatur dabei. Dabei handelt es sich um den 39-jährigen Jonathan Hohmann. Er ist Richter am Sozialgericht Würzburg. Nach Angaben aus der CSU hat er verwandtschaftliche Beziehungen zu früheren Akteuren der Kommunalpolitik in der Stadt und in einem Stadtteil. Er war für eine Stellungnahme, ob er am Dienstagabend tatsächlich dabei ist, nicht zu erreichen.
Bei den Vorstellungen in den Ortsverbänden Garitz und Reiterswiesen hätten alle fünf potenziellen Bewerber um eine Kandidatur eine gute Figur gemacht, wird aus der CSU weiter berichtet. Am Montagabend kamen weitere Vorstellungsrunden bei den Ortsverbänden Hausen und Kernstadt hinzu.
Ja es ist schon interessant, wer sich da für den OB Posten für die CSU zur Verfügung stellt. Für mich wäre einer der Hauptkandidaten Gerhard Schneider. Sein Wissen um die Stadt ist höher als das des jetzigen OB. Damit hätte der jetzige OB ein Riesenproblem und würde seinen Dienststuhl nicht länger halten können. Würde Herr Schneider gewinnen, müsste er allerdings nach Bad Kissingen umziehen. Nicht zu unterschätzen ist Ulli Wittfeld. Ich würde ihm auf jeden Fall zutrauen eine Stadt zu führen. Auch Lars Streiberger, den ich schon mehrfach kennen lernen durfte, würde dazu in der Lage sein.
Völlig indiskutabel wäre für mich und wohl auch für Beschäftigte im Kissinger Rathaus, Hans Jörg Rustler. Als Geschäftsleiter eines Dorfes dass laut Bayerisches Landesamt für Statistik 3006 Einwohner (2018) hat, die Homepage der Gemeinde aber nur 2500 Einwohner ausweist, zeigt mir, dass er für die Stadt Bad Kissingen mit ca. 22500 nicht das nötige Know-how mitbringt.
Jonathan Hohmann ist völlig neu, bis jetzt kann man ihn nicht bewerten, weil 95 % der Bewohner noch nie was von Ihm gehört haben dürften. Bin gespannt, für wen die Würfel fallen werden.
Wenn es nach dem Wissen um die Stadt geht, kommt nur einer in Frage: LBS. Der weiß nicht nur alles. Der weiß sogar alles besser.