In wenigen Tagen öffnet die Regionalvinothek KissVino offiziell wieder ihre Pforten. Dann kann man in der Innenstadt edle Tropfen aus dem Saaletal genießen und dazu eine Kleinigkeit essen. Pächter Marcus Beran (Obererthal) wurde von Oberbürgermeister Dirk Vogel bereits vorgestellt. Jetzt gaben sich beim Soft-Opening von KissVino geladene Gäste, darunter die Winzerinnen und Winzer von Frankens Saalestück, ein Stelldichein am Marktplatz.

Berufliche Erfolge im Hintergrund

Dritter Bürgermeister Thomas Leiner erzählte, wie er vor einem Jahr eher zufällig mit Beran ins Gespräch kam und erfuhr, dass dieser gern in Bad Kissingen etwas auf die Beine stellen würde. Beran habe später auch OB Vogel von seinen "innovativen Ideen" überzeugt. Der 30-Jährige trage mit seinem "tollen regionalen Konzept einer Wein-Ess-Kultur" den von der Stadt gesetzten Anforderungen in besonderer Weise Rechnung, hatte Vogel unlängst beim Pressetermin erklärt.

"Er kennt die lokalen Akteure bereits und hat schon einige berufliche Erfolge aufzuweisen", sagte Hammelburgs Bürgermeister Armin Warmuth nun. Dennoch habe Beran auch "holperige" Strecken hinter sich, denn unter anderem galt es auch die "Corona-Durststrecke durchzustehen". In der Regionalvinothek könnten sich die Gäste jetzt, was die Weine, Edelbrände und andere regionalen Produkte aus dem Saaletal und der Rhön angeht, "Appetit holen" - und dann zum Beispiel nach Hammelburg, Ramsthal oder Wartmannsroth pilgern, hoffte Warmuth.

Stellvertretender Landrat Gotthard Schlereth erinnerte an die seinerzeit langwierige Gründung der Arbeitsgemeinschaft Frankens Saalestück, mit der man das "große Potenzial im Saaletal zusammenführen" wollte. Bald sei klar geworden, welche konzentrierte gute Qualität da vorhanden ist, sagte Schlereth. Zum einen werden zehn Winzer von Frankens Saalestück in der Vinothek rund 50 verschiedene Weine anbieten. Ergänzt wird diese Palette durch regionale Produkte von Betrieben, die das Netzwerk Dachmarke Rhön bilden. Gedacht ist unter anderem auch an ein Sortiment von Edelbränden.

Nachhaltiges Konzept vorgelegt

Beran habe in kurzer Zeit ein "nachhaltiges Konzept" vorgelegt, lobte Wirtschaftsförderer Sebastian Bünner. "Wir hoffen, aus dem Pachtvertrag über fünf Jahre werden zehn Jahre und mehr." Auch Klaus Bollwein von Pro Bad Kissingen hieß den 30-Jährigen in der Gastronomie-Landschaft der Kurstadt willkommen. Ebenso gab Sophia Papadopoulos von Frankens Saalestück zu erkennen, dass sie sich auf die Zusammenarbeit mit Beran freut.

Beran stellte sich und sein engstes Team vor: seine Lebensgefährtin Carina Kolb, seine Mutter Sigrid und Matthias Reißig (Fuchsstadt), der bis vor Kurzem noch Chef-Entremetier in Davos war. Darüber hinaus stehen etwa 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hinter ihm, sagte Beran unlängst.

Er betreibt den Hammelburger Stadtstrand und ist inzwischen deutschlandweit im Event-Catering tätig. Seit Februar 2022 hat er die Mittagsbetreuung der Schulklassen im Münnerstädter Gymnasium übernommen. Zudem werden in der Produktionsstätte in Obererthal Essen für Kitas, Schulen und Senioren aus dem Bereich Hammelburg und Bad Brückenau gekocht.

Am 1. Mai will er mit einem Team von zehn Personen in KissVino starten. Dennoch machte er gleich klar: "Essen ist hier nicht der Schwerpunkt, sondern eine größere Begleiterscheinung." Im Klartext bedeutet dies, dass es zu Saaletal-Schoppen auch eine Kleinigkeit zu essen gibt. In kleinen Schüsseln oder Tellern (Food Bowls) wird Essen im Selbstbedienungssystem angeboten.

Regelmäßige Events sind in Planung

Beran und sein Team planen Veranstaltungen, etwa Koch-Events und Weinproben. Zudem soll es für junge Leute donnerstags regelmäßig After-Work-Partys geben. Alle Altersgruppen sollen auf ihre Kosten kommen - und das im Sommer (11 bis 20 Uhr oder auch mal länger) und im Winter (11 bis 18 Uhr). Isolde Krapf