Knapp 11.500 Euro Einkommenssteuer sollen ein 62-jähriger Steuerhauptsekretär aus dem Landkreis Bad Kissingen und seine 60 Jahre alte Ehefrau dem Fiskus in den Jahren 2012 bis 2015 schuldig geblieben sein. Das Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung gegen das Ehepaar vor dem Amtsgericht Würzburg wurde gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt.

Nach vier Stunden geeinigt

Es hätte ein sehr langer Prozess mit einer aufwendigen Beweisaufnahme werden können. Nach gut vier Stunden Verhandlung mit zahlreichen Zeugen einigten sich aber alle Beteiligten darauf, dass die Zahlung eines Monatseinkommens an eine gemeinnützige Einrichtung ausreicht, um die Vorwürfe aus der Welt zu schaffen. Auch die beiden Angeklagten wollten nicht weiter um einen Freispruch kämpfen: "Ich bin seit fünf Jahren kaltgestellt und habe keine Kraft mehr", sagte der Finanzbeamte.

Deutlich mehr gearbeitet

Seine Ehefrau ist eine frühpensionierte Beamtin, die ihre Pension als Büroangestellte auf 450-Euro-Basis bei einer Firma für Prospektverteilung aufgebessert hat. Tatsächlich soll sie jeden Monat deutlich mehr gearbeitet und verdient haben - so lautete zumindest der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.

Der über den Minijob hinausgehende Monatslohn soll regelmäßig durch sogenanntes Lohn-Splitting über einen Scheinarbeitsvertrag des Ehemanns abgerechnet worden sein, der dadurch auch nur den Minijob-Steuersatz zahlen musste. "Wenn das nicht reichte, wurde der Restbetrag über den Sohn oder die Tochter abgerechnet", sagte ein Ermittler des Hauptzollamts im Zeugenstand.