Burglauer
Nachruf

Altbürgermeister Rudi Erhard gestorben

Rudi Erhard, Altbürgermeister und Ehrenbürger von Burglauer, "war ein Macher". Er ist kurz vor seinem 91. Geburtstag gestorben.
Rudi Erhard, Altbürgermeister und Ehrenbürger von Burglauer, ist kurz vor seinem 91. Geburtstag gestorben. Das Foto entstand anlässlich des Ehejubiläums im Mai 2022. Foto: Norbert Erhard
Rudi Erhard, Altbürgermeister und Ehrenbürger von Burglauer, ist kurz vor seinem 91. Geburtstag gestorben. Das Foto entstand anlässlich des Ehejubiläums im Mai 2022. Foto: Norbert Erhard

36 Jahre lang, von 1966 bis 2002, hat Rudi Erhard als Bürgermeister die Geschicke von Burglauer geleitet. In dieser Zeit entwickelte er die Gemeinde von einem rein landwirtschaftlichen Dorf mit damals rund 700 Einwohnern zu einer modernen Wohngemeinde mit knapp 1800 Einwohnern.

Dem Singen lange treu geblieben

Die Gebietsreform war seine erste große Herausforderung. Dem Landkreis Bad Kissingen angehörig, sollte Burglauer ein Stadtteil von Münnerstadt werden. Der Gemeinderat votierte mit knapper Mehrheit dafür, in den Landkreis Bad Neustadt zu wechseln, um der dortigen Verwaltungsgemeinschaft beizutreten. Großprojekt Nummer zwei seiner Amtszeit war das Schul- und Sportzentrum.

"Kaum ein Kommunalpolitiker kann auf eine derartige und außergewöhnlich langjährige kommunale Arbeit zurückblicken, in der seine Aktivitäten, die Prägung einer ganzen Gemeinde nach dem Wohl der Bürger, ausgerichtet war. In all seinen Ämtern hat sich Altbürgermeister Rudolf Erhard in einem hohen Maße sowohl für seine Heimatgemeinde Burglauer als auch für die Verwaltungsgemeinschaft Bad Neustadt und den Landkreis Rhön-Grabfeld verdient gemacht.

Dabei war er immer ein Verfechter kommunaler Selbstverwaltung und Eigenengagement der Bürgerschaft zur Wahrung der bürgerlichen Interessen", heißt es in einer Würdigung der Verwaltungsgemeinschaft Bad Neustadt. "Er war ein Macher", sagten Weggefährten beim Festakt zu Erhards 90. Geburtstag im vergangenen Jahr. Seine drei wichtigsten Themen seien Familie, Politik und Singen gewesen. Dem Singen blieb er lange treu: 70 Jahre lang war er im Gesangverein Frohsinn aktiv.

Viele gemeinsame Ehejahre mit Ehefrau Irmgard

Rudolf Erhard wurde am 20. August 1931 in Burglauer geboren. Er ging dort zur Schule und sollte eigentlich die Pflasterfirma seines Großvaters übernehmen. Aufgrund dessen frühen Todes zerschlug sich dieser Wunsch. Daraufhin besuchte er die Landwirtschaftsschule Bad Neustadt und übernahm 1965 den Betrieb der Eltern. 1962 heiratete er Irmgard Reininger. Mit ihr feierte er vor wenigen Monaten noch diamantene Hochzeit. Aus der Ehe gingen die Kinder Norbert und Doris hervor.

Viele Auszeichnungen

Erhard erhielt zahlreiche Auszeichnungen: Die Dank-Urkunde des Freistaats Bayern wurde ihm 1983 überreicht. 1993 bekam er den Verdienstorden der Bundesrepublik, 1997 erhielt er die kommunale Verdienstmedaille in Silber. Weiterhin war er Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft, von 1984 bis 2002 saß Rudi Erhard im Kreistag. Er war Vorsitzender des Heimatvereins Burglauer, Vorsitzender des Kindergartenvereins St. Vinzenzius, Vorsitzender der Feuerwehr und Mitglied der Pfründnerspitalstiftung Münnerstadt. Zum Ehrenbürger wurde Rudi Erhard 2002 ernannt, zum Altbürgermeister im Jahr 2003.

Die Gemeinde Burglauer hat in Anerkennung der Verdienste ihres Ehrenbürgers im Jahr 2003 anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Heimatvereins Burglauer die gemeindliche Sport- und Veranstaltungshalle (ehemaliges Heimatcenter) in Rudi-Erhard-Halle umbenannt.

Die Beisetzung ist am Dienstag, 23. August, um 15 Uhr auf dem Friedhof Burglauer.ts