Frieren brauchte bei den Elferratssitzungen des Nüdlinger Carneval Clubs (NCC) in der voll besetzten Schulturnhalle niemand. Auch wenn das Motto "Eis Äätsch" lautete, und das Team um Lisa Doreen Schneider wieder für eine meisterliche Umsetzung beim Bühnenbild gesorgt hatte. Aber die Akteure brachen schnell das Eis, und bei der guten Stimmung wurde jedem schnell warm.
Mit spontan eingeleiteten "Raketen" nach fast allen Auftritten zeigte das Publikum seine Wertschätzung für die Karnevalisten vom NCC.

Struktur von Walter Güldner

Von der grundlegenden Struktur der NCC-Elferratssitzungen, das einst vom legendären "Opa" (Walter Güldner) eingeführt wurde, ist vieles erhalten geblieben. Dafür sorgen auch Bärbel Brumm, seine Tochter, als Programm-Meisterin und sein Sohn Gerhard Güldner, der zwar in Bayreuth lebt, aber als Chef der "NCC-Kummersänger" dem Nüdlinger Karneval eng verbunden ist.
Doch was wären die Sitzungen ohne die Gardemädchen. Resi Kirchner ist eine von ihnen, aber ihr Werdegang ist etwas ungewöhnlich. Denn die 24-Jährige ist nicht wie die meisten über die jüngste Garde sozusagen reingewachsen. Sie stammt aus Unterebersbach und ist erst 2011 nach Nüdlingen gezogen.
Sie fand Kontakt zum NCC und schloss sich gleich der Großen Garde an. "Das Tanzen hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich hab gemerkt, dass der NCC eine sehr gute Truppe ist. Den Fasching, die fünfte Jahreszeit, schätze ich sehr, weil da alle so fröhlich sind", fügt sie hinzu. Glänzend versteht sie sich mit den Gardetrainerinnen. Als zentrales Mitglied der Showtanzgruppe tanzte sie heuer auch als "Schneekönigin".
Zum Auftakt spielte traditionell die Jugendblaskapelle unter der Leitung von Gregor Winkler. In ihrem "Protokoll" feuerte Maren Brumm viele satirische und kritische Bemerkungen auf den neuen Bürgermeister und die neu gewählten Gemeinderäte ab. "Vergessen sind die Wahlversprechen - da läuft es mir eiskalt den Rücken hinab", sagte sie, die erstmals in der Bütt stand. Glänzend hat sie ihre Bewährungsprobe als "Eisbrecherin" bestanden.

Lecker: Nüdlinger Allerlei

Köstlich auch der Auftritt von NCC-Präsident Marco Nicolai. Als "Käpt´n Iglo" bereitete er das Gericht "Nüdlinger Allerlei" zu. "Zutaten" waren der neue Nüdlinger Bürgermeister und die Gemeinderäte, was natürlich nicht ohne Seitenhiebe und Scherze bleiben konnte.
Die NCC-Kummersänger, wie immer ein Highlight, persiflierten die "große Politik" in Berlin ebenso wie das örtliche Geschehen im "Fastnachts-Wunderland". Der Bürgermeister, auch unter der Bezeichnung "Lybs" bekannt, war eines der Ziele ihrer satirischer Attacken.
Wiggerl Brumm bemühte sich als Sprachlehrer, Urmel aus dem Eis und anderen Tieren das Sprechen beizubringen. Nach vielen Übungen konnte am Ende das Lied "Ich bin a Dorfkind und darauf bin i stolz" mit dem Publikum angestimmt werden.
Ein Hingucker war das Outfit der "Eis Äätsch"-Tiere. Faultier Sid (Philipp Klöffel), Manni, das Mammut (Thomas Schäfer) und Diego, der Säbelzahntiger (Stefan Dotterweich) erzählten lustige Geschichten. Auf die Lachmuskeln des Publikums abgesehen hatte es auch das NCC-Multitalent Arno Tatzel in seinem Bericht über eine Polizeikontrolle. Laut gelacht wurde beim Sketch am Glühweinstand auf dem Saint-Marcel-Platz. Die NCC-Talente Gitti Klöffel und Britta Kaiser nahmen kein Blatt vor den Mund. Noch eins drauf setzt schließlich das NCC-Männerballett mit seiner "Après-Ski-Party". Da blieb kein Auge trocken.