Eineinhalb Stunden bestechendes Gewusel, Action, Tanz, Gesang und abwechslungsreiche Spannung mit fantastischen kleinen Künstlern - so könnte man die Aufführung des Kindermusicals "Die Schrift an der Wand" von Hella Heizmann im Bad Kissinger Kurtheater beschreiben.
Seit Januar probte der Kinder- und Jugendchor Herz Jesu und Musikschule Bad Kissingen, unter der Leitung von von Burkhard und Brigitte Ascherl, mit viel Engagement für das Musical.
Mit der Aufführung gelang ihnen am Wochenende wieder ein ganz großer Wurf, der nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene eine spannende Geschichte war.
Mit einer einfachen, aber genialen Bühnendekoration, ansprechenden Kostümen und bezaubernd geschminkten Gesichtern waren die rund 50 Kinder im Alter von sechs bis 16 Jahren gut vorbereitet, die Zuschauer zu begeistern. Mit der rockig-popigen Musik und bezaubernden Soli sangen sich die Kinder und Jugendlichen schnell in die Herzen des Publikums. Mit einer kindgerechten Chorografie, die von Jutta Grom entwickelt wurde, wirbelten die Kinder über die Bühne. Auch wenn manches nicht synchron ablief - der kindliche Eifer machte vieles wieder wett. Es war eine pure Lust, den eifrigen Nachwuchskünstlern zuzuschauen.


Bezaubernder Sologesang

Erstaunlich auch der bezaubernde Sologesang der Protagonisten. Mit viel Engagement und Herzblut überzeugten sie die Zuschauer. Auch wenn beim Tanzen nicht alles rund lief, machte gerade diese kindliche Unbekümmertheit riesigen Spaß.


Gelungene Inszenierung

Überhaupt war es erstaunlich, dass die "Rasselbande" eineinhalb Stunden diszipliniert und mit viel Eifer und Engagement, die Geschichte näher brachte. Während das Geschehen auf dem linken Teil der Bühne mit den Hauptdarstellern ablief, standen die restlichen Chormitglieder, rechts durch einen spanischen Vorhang getrennt, ebenfalls auf der Bühne und bildeten den Hintergrund für die musikalische Untermalung.
Man war als Erwachsener fasziniert und erstaunt, was die Kinder auf die Bühne brachten. Nie wurde es einem langweilig. Man unterlag der außergewöhnlichen Faszination der überaus gelungenen Inszenierung.
Das Musical "Die Schrift an der Wand" von Hella Heizmann inszeniert die Kapitel 5 und 6 aus dem alttestamentlichen Propheten Daniel. Die Geschichte spielt um 600 vor Christus im alten Babylon, wohin die Israeliten verschleppt wurden. König Belsazar feiert rauschende Feste und verwendet dafür in seinem Übermut das gottgeweihte heilige Geschirr aus dem Tempel in Jerusalem, welches die Babylonier bei der Eroberung Israels geraubt hatten. Doch plötzlich erscheint wie von Geisterhand eine geheimnisvolle Schrift, die niemand deuten kann, an der Wand. Der König und seine Gäste erschrecken zu Tode. Allein Daniel kann die geheimnisvollen Worte lesen und erlangt dadurch Reichtum und Einfluss am babylonischen Hof. Babylon wird schließlich von den Persern erobert und Darius zum neuen König über Babylon. Als er Daniel zu einem seiner Statthalter ernennt, werden andere eifersüchtig und spinnen Intrigen. Die Verschwörung führt dazu, dass Daniel zum Tode verurteilt und in die Löwengrube geworfen wird. Doch Gott errettet ihn.


In Rahmenhandlung verpackt

Die spannende Geschichte aus der Bibel wird in eine Rahmenhandlung verpackt, in der ein außerirdisches Wesen mit einer Art Zeitmaschine auf drei Teenager trifft. Die Jugendlichen erleben die alttestamentliche Geschichte hautnah mit und erfahren, dass die Bibel keineswegs langweilig ist. Für die technische Realisierung zeichnete Michael Nöth verantwortlich. Alle Mühe hatte sich gelohnt, was man an der Begeisterung der Zuschauer erkennen konnte.