Trotz des Wintereinbruchs sind die Bauarbeiten auf der Saaletalbahn fest eingeplant: "Das Wetter ist nicht ideal, aber nach aktuellem Plan läuft es", sagt Georg Feller, Bauüberwacher der DB Netz für den Raum Würzburg. Auf rund 6,5 Kilometer Länge will die Bahn-Tochter ab kommenden Montag, 15. Februar, auf der Saaletalbahn zwischen Gräfendorf und Hammelburg Schienen erneuern. Dafür muss der Abschnitt laut Feller voraussichtlich für elf Tage gesperrt werden. Die "Erfurter Industriebahn" organisiert in dieser Zeit einen sogenannten Schienenersatzverkehr. Sprich: Zwischen Hammelburg und Gemünden pendeln Busse.

"Die Erneuerung ist aufgrund des hohen Alters der Anlagen notwendig", teilt die DB Netz mit. Wie alt die Schienen genau sind, sei schwer zu sagen, sagt Feller auf Nachfrage. "Auf der Strecke halten die Schienen natürlich länger", verweist er auf die geringe Nutzung der Saaletalbahn. Trotzdem sei bei den regelmäßigen Inspektionen festgestellt worden, dass die Schienen "stark abgenutzt" seien.

Gleisbetten und Schwellen bleiben

Dass die Bauarbeiten lediglich für die Zeit vom 15. bis 25. Februar eingeplant sind, liege daran, dass das Gleisbett und die Stahl-Schwellen in gutem Zustand seien und nicht erneuert werden müssen. Es würden also lediglich insgesamt rund 13 Kilometer Schiene gewechselt, damit "die Züge auch künftig sicher und reibungslos verkehren".

Für die Anwohner kündigt Feller "gewisse Unannehmlichkeiten" an, weil Lärm und Staub nicht zu vermeiden seien. Ein Umbauzug komme nicht zum Einsatz, aber es werde rund um die Uhr gearbeitet, wobei "lärmintensive Arbeiten außerhalb der Nachtzeiten" erledigt würden. Zudem befinden sich die drei Streckenabschnitte, die erneuert werden, alle außerhalb der Wohnbebauung: Der erste, rund 1800 Meter lange Abschnitt beginnt laut Feller unmittelbar hinter der letzten Weiche des Hammelburger Bahnhofs und reicht bis kurz vor Diebach. Einige hundert Meter nach Diebach werden dann die beiden Schienenstränge auf einer Länge von rund 3,2 Kilometern bis zum Ortseingang von Morlesau ausgetauscht. Ein dritter, rund 1500 Meter langer Abschnitt schließt sich im Landkreis Main-Spessart kurz vor Gräfendorf an. Zu den Baukosten gibt die DB Netz keine Auskunft.

"Zwischen Hammelburg und Bad Kissingen fahren die Züge grundsätzlich planmäßig", stellt Hella Tänzer von der Erfurter Industriebahn auf Nachfrage klar. Zwischen Gemünden und Hammelburg müssen die Fahrgäste dann auf Busse umsteigen. Und: Die Abfahrt- und Ankunftszeiten würden von denen der Züge abweichen, weil die Busse länger unterwegs sind. Unter anderem starten die Busse in Gemünden im Durchschnitt zehn Minuten früher, damit die Reisenden in Hammelburg gut den Umstieg auf die Züge nach Bad Kissingen schaffen. In Bad Kissingen fahren die Züge pünktlich nach Normalfahrplan ab. In Hammelburg seien rund fünf Minuten Umstiegszeit auf den Bus vorgesehen. Die Haltestellen Michelaubrück, Weickersgrüben und Morlesau fährt der Bus nicht an.

Der Ersatz-Fahrplan ist auf www.erfurter-bahn.de abrufbar. Für weitere Infos zu den Arbeiten und den geänderten Fahrplänen verweist die DB Netz zudem auf die Seiten www.bauinfos.deutschebahn.com und www.bahn.de sowie die Apps "DB Navigator" und "DB Bauarbeiten", bei denen man Infos zu bestimmten Strecken abonnieren kann.