Bürgermeister Matthias Hauke versicherte, dass der Sitzungstermin schon festgelegt war, bevor feststand, dass das EM-Spiel Deutschland gegen England zeitgleich stattfinden wird. Es sei sogar versucht worden, den Sitzungstermin zu verschieben, was aber aufgrund des wichtigen Tagesordnungspunktes "Sanierung Wasserversorgung" nicht möglich war. "Es wurde nicht mit Absicht so gelegt, dass die Bevölkerung nicht kommen kann", betonte Hauke. Noch sei von Seiten der Gemeinderäte auch keine Entscheidung bezüglich der künftigen Wasserversorgung von Detter und Weißenbach getroffen worden. Auch im Anschluss an die gut einstündige Präsentation von Andreas Baur vom Ingenieurbüro BaurConsult (Haßfurt) wurde kein Beschluss gefasst.

Im September 2020 wurde das Ingenieurbüro BaurConsult mit der Planung beauftragt, als Grundlage diente eine Vorplanung des Ansbacher Ingenieurbüros PfK. Andreas Baur stellte dem Gremium nun neben der PfK-Variante zwei weitere Alternativen vor, die von seinem Büro erarbeitet wurden. Einerseits sei eine Wasserversorgungsanlage für Weißenbach und Detter keine große Anlage, aufgrund der örtlichen Gegebenheiten sei es aber eine komplexe Aufgabenstellung.

Genügend Wasser vorhanden

Detter und Weißenbach haben maximalen Tagesbedarf von 220 Kubik. Die Margaretenquelle schüttet zwischen drei und acht Liter in der Sekunde, um die Orte zu versorgen werden maximal vier Liter in der Sekunde benötigt. Damit sei die Gemeinde in der komfortablen Lage, dass genügend Wasser vorhanden sei und zwar so viel Wasser, dass über den Ortsteil Roßbach das überschüssige Wasser, zumindest in den wasserreichen Monaten, in das Wasserversorgungsnetz von Zeitlofs eingespeist werden könne und die dortigen Brunnen geschont werden. Das Wasser aus der Margaretenquelle müsse allerdings aufbereitet werden, was auch jetzt schon geschehe.

Über 90 Jahre alt

Baulich seien sowohl die Hochbehälter in Detter und Weißenbach, die beide um 1930 gebaut wurden, wie auch das Maschinenhaus in keinem guten Zustand. Die Hochbehälter seien aus wirtschaftlicher Sicht nicht zu sanieren, auch sei ihre Lage ungünstig was die Druckverhältnisse angehe.

Vom Planungsbüro Pfk wurde deshalb ein Konzept ohne Hochbehälter mit einem Drucksteigerungspumpwerk vorgeschlagen. Dieser Vorschlag weise aber einige Nachteile auf: Bei Stromausfall werde die Versorgung instabil und auch eine Löschwasserversorgung wurde nicht berücksichtigt.

Zwei Alternativen

Das Ingenieurbüro BaurConsult hat zwei weiterführende Alternativen erarbeitet, die eine zuverlässige Versorgung mit Trinkwasser, auch bei Stromausfall sicherstellen, das Löschwasserthema berücksichtigen wie auch betriebswirtschaftliche Aspekte im Blick habe. Bei beiden BaurConsult-Varianten kommen wieder Hochbehälter ins Spiel. Verschiedene Standorte, auch die Zusammenlegung mit dem Maschinenhaus wurden überprüft und das jeweils benötigte Leitungsnetz errechnet. Die bauliche Ausführung beziehungsweise der Standort wurde so gewählt, dass das Problem Druckverhältnis gelöst werde.

Wirtschaftlich wurden letztlich aber nur zwei Varianten gegenüber gestellt und finanziell betrachtet. Dabei war es notwendig die ursprüngliche PfK-Variante, die mit 3,5 Millionen Euro beziffert wurde, zu aktualisieren, um alle notwendigen Parameter zu berücksichtigen. Damit käme diese Variante auf 5 234 000 Euro. Die vom Ingenieurbüro BaurConsult vorgeschlagene Alternative der Versorgung über einen Hochbehälter komme auf 6 251 000 Euro. Die jährlichen Betriebskosten liegen bei der BaurConsult Variante bei 42 804 Euro, bei der Pfk-Variante bei 46 525 Euro.

"Es ist zu früh, um eine Entscheidung zu fällen", betonte der Bürgermeister. Im nächsten Schritt sollen die Fachbehörden, das Wasserwirtschaftsamt wie auch das Gesundheitsamt gehört werden. Ausschlaggebend werde für den Markt Zeitlofs sein, wie hoch die staatliche Förderung ausfällt. "Wir sind auf eine Förderung angewiesen. Diese Kosten können wir unseren Bürgern nicht zumuten." Klar müsse aber auch sein: "Wenn wir soviel Geld in die Hand nehmen, soll es am Ende auch funktionieren", so Hauke abschließend.

Präsentation auf der Homepage

Wenn klar sei, in welche Richtung die Planung gehen werde, dann werde dies auch wieder öffentlich vorgestellt, sagte der Bürgermeister. Damit Bürger sich aktuell mit den unterschiedlichen Möglichkeiten befassen können, soll in den nächsten Tagen die Präsentation des Ingenieurbüros auf der Homepage der Gemeinde veröffentlicht werden.