Die Umgestaltung des Maßbacher Marktplatzes ist nicht nur im Gemeinderat ein Dauerbrenner, sie sorgte auch in der Bürgerversammlung für Nachfragen. Bislang konnte nur der erste Bauabschnitt zwischen Rathaus und Kirche vollendet werden. Für den Marktplatz selbst warte man immer noch auf eine Ersatzlieferung aus China, sagte Bürgermeister Johannes Wegner (Für Bürger und Umwelt). Doch dieses Problem hat sich demnächst wohl erledigt.
Die Granitsteine aus China sollten nach Auskunft eines Arbeiters der Firma Herfurth, die den Granit nach Maßbach transportiert, am 17. Dezember in Maßbach eintreffen. Die Firma bezieht die Steine von der zum französischen Großkonzern Saint Gobain gehörenden Firma Raab-Karcher.
Bürgermeister Wegner hat am Mittwoch nachgeforscht, weil ihm die Sache keine Ruhe gelassen hat. Seine Recherchen haben ergeben, dass das Schiff in China zwar schon beladen worden ist, am 17. Dezember aber erst in Rotterdam ankommt. Dann dauert es noch ein paar Tage, bis die Ladung in Maßbach ist - aber womöglich noch rechtzeitig vor Weihnachten. Vor dem Fest wird es allerdings nichts mehr werden mit den Bauarbeiten. Zu Beginn des neuen Jahres dann aber, wenn die Steine passen. Und "...wenn dem Schiff nichts passiert", fügte der schon leicht frustrierte Wegner am Mittwoch noch hinzu.
Kritik aus der Bürgerversammlung am Montagabend, warum nicht bei heimischen oder europäischen Steinbrüchen bestellt wurde, hatte Wegner entgegnet, dass Kommunen nur an das günstigste Angebot vergeben dürfen. Lediglich der Ausschluss von Kinderarbeit und einige Qualitätskriterien müssten gewährleistet sein. "Dies war der Fall", und alles weitere müsse die bauausführende Firma regeln.

Bis zu 24 000 Euro Jahrespacht

In der freien Aussprache wurde nach den Pachteinnahmen für Windräder in Volkershausen gefragt. Die Jahrespacht für Wegebau und Trassennutzung belaufe sich auf 18 000 Euro, antwortete der Bürgermeister. Bei guten Windverhältnissen könne diese sich noch auf 24 000 Euro steigern. Immer wiederkehrender Streitpunkt ist die Zufahrt zum Gewerbegebiet. Diese ist durch den Rewe-Markt stets gut frequentiert, doch eine Geschwindigkeitsbeschränkung gebe es nicht. Weil ganz legal und offiziell 100 km/h erlaubt sind, komme es immer wieder zu brenzligen Situationen, wurde schon des Öfteren festgestellt. Es sei nicht hinnehmbar, dass an den Mühlen in Richtung Poppenlauer Tempo 80 gelte hier aber nicht, geschweige denn, dass das Ortsschild entsprechend versetzt werde. Eine Verkehrsschau mit Polizei und Landratsamt hätten keine Ansätze ergeben, hier eine Verbesserung herbeizuführen, erklärte der Bürgermeister.
Sorgen bereitet den Maßbachern der langsame, aber doch stetige Bevölkerungsrückgang. Auch im abgelaufenen Jahr ist die Bevölkerungszahl erneut geschrumpft, diesmal um 42 Personen. Nunmehr leben 4553 Menschen im Markt. Geschuldet ist diese Entwicklung sowohl einem Ungleichgewicht bei den Geburten/ Sterbefällen (+25/-36), als auch den Zu- und Wegzügen (+148/-179).
Alle Ortsteile sind von dieser Entwicklung gleichermaßen betroffen. In Maßbach standen acht Geburten gleich 21 Sterbefälle gegenüber. Poppenlauer war am wenigsten betroffen, hier gab es mit 14 Geburten bei 12 Sterbefällen sogar ein leichtes Plus, das aber von 53 Zuzügen bei 56 Wegzügen wieder zunichte gemacht wurde. Auch in Volkershausen gab es mit drei Geburten und nur zwei Sterbefällen ein Plus, aber auch hier zogen 13 Personen weg, nur neun kamen hinzu. Nach Weichtungen ist im Bemessungszeitraum überhaupt niemand gezogen. Es gab auch keine Geburten, jedoch hatte der Ort sieben Wegzüge zu verkraften.

1,7 Millionen für Kindergarten

Herausragende Baumaßnahme ist laut Wegner der Kindergartenumbau in Poppenlauer, für den 1,7 Millionen Euro eingestellt worden sind. In Einnahmen und Ausgaben präsentiert sich ein Haushalt in Höhe von 3,74 Millionen Euro, der damit um über eine Million Euro höher als noch 2012 ausfällt. Finanziert werden kann er nur über eine Kreditaufnahme von 1,39 Millionen Euro. Der Maßbacher Kindergarten schafft derzeit Räumlichkeiten für eine zweite Kinderkrippengruppe (265 000 Euro).
Im Verwaltungshaushalt sind nach der Kreisumlage in Höhe von 1,48 Mio. Euro traditionell die Personalausgaben der größte Posten. Dass es hier einen satten Anstieg von 814 830 auf 978 130 Euro gab, sei der Übernahme der Trägerschaft für den Kindergarten geschuldet, erklärte der Bürgermeister. Damit laufen auch die Personalkosten künftig über die Gemeinde. Die Abgaben an die Verwaltungsgemeinschaft sind hingegen nur um rund 4000 auf 516 000 Euro gestiegen. Größter Einnahmeposten ist die Einkommensteuer in Höhe von 1,73 Millionen Euro vor den Schlüsselzuweisungen in Höhe von 1,56 Millionen Euro.
Insgesamt übersteigen die Einnahmen des Verwaltungshaushaltes die Ausgaben um 852 900 Euro. Dieser Betrag wird dem Vermögenshaushalt zugeführt. Nach Abzug der Darlehnstilgung verbleiben dem Markt Maßbach damit 667 050 Euro als freie Finanzspanne.
Dass der Schuldenstand insgesamt jedoch von 1,89 auf 3,1 Millionen Euro angestiegen ist, wurde kritisch angemerkt. Nach Abzug von Zuschüssen, insbesondere für den Kindergarten, belaufe sich der Stand nur auf effektiv 2,51 Millionen Euro, beschwichtigte der Bürgermeister. Die Pro-Kopf-Verschuldung liege in Maßbach nur bei 417 Euro gegenüber 703 Euro im Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden.