"Eigentlich ist es so, dass ein Kunstwerk nie ganz fertig ist. Man kann immer noch hier oder da etwas anfügen. Dennoch ist es wichtig, dass man irgendwann den Schaffensprozess für beendet erklärt. Daher kommt es, dass wir unsere Kunstwerke in der Ausstellung als ,ungeschliffen‘ bezeichnen", erläutert Gisbert Niklaus aus Üchtelhausen den etwas ungewöhnlichen Titel der Gemeinschaftsausstellung der vier Künstler.

Gute Zusammenarbeit

"Wir verstehen uns untereinander sehr gut, so dass die Zusammenarbeit bei der Gemeinschaftsausstellung klappt", sagt Ruth Werthmann aus Altenmünster. Die Künstler kennen sich seit vielen Jahren und stellen einmal im Jahr gemeinsam aus.
Gisbert Niklaus ist als einziger der vier hauptberuflich als freischaffender Künstler tätig. Im Moment widmet er sich ganz dem Airbrush, in seinen Werken reflektiert er auch kritisch die Entwicklungen der Moderne. Intensiv hat er sich mit der indianischen Kultur und dem Zen-Buddhismus beschäftigt, die ihm als gangbare Alternativen zu den Zeittendenzen erscheinen. "Für mich ist es eine Lebenseinstellung, künstlerisch tätig zu sein", sagt der 53-Jährige.
Wilfried Höhne aus Stadtlauringen zeigt Zeichnungen und Malereien. Für den diplomierten Grafikdesigner ist das "nach Formen und Farben suchen" ein Hobby, das ihm viel bedeutet, Spaß macht und auch ein guter Ausgleich zur täglichen Arbeit ist. "Ich bin nicht auf spezielle Themen festgelegt, sondern lasse mich durch viele Dinge und Beobachtungen inspirieren", sagt er. In der Malerei verwendet er gerne Öl und Acryl auf ganz unterschiedlichen Untergründen, beim Zeichnen sind Bleistift, Kohle oder Filzstift sein bevorzugtes Werkzeug.

Stimmung ist wichtig

Als ausgemachten Stimmungsmenschen bezeichnet sich Ruth Werthmann, die Dritte im Bunde der Künstlergemeinschaft. Nur, wenn eine bestimmte Stimmung herrscht, widmet sie sich der Kunst. "Das Bild, das ich malen möchte, trifft mich. Dann lässt es mich tagelang nicht mehr los, ich bin mit meiner Seele im Bild dabei", sagt die Künstlerin aus Altenmünster. Leidenschaftlich gern arbeitet sie in ihren Werken mit der Pastellkreide, verwendet aber als Material auch Acryl oder Aquarellfarben. Auch sie hat die Erfahrung des "ungeschliffenen" Kunstwerks gemacht: "Fertig sind meine Bilder nie." Petra Keck stellt Malereien mit steinartigen Mischtechniken aus. 1997 begann sie mit dieser ungewöhnlichen Maltechnik, die eine Kombination aus verschiedenen Materialien ist: Sand, Stein und Acryl. Dabei verweist das raue Material nach ihren eigenen Worten auf ihre eigene Herkunft: "Rau und Steinig wie die Rhön, so sind meine Kunstwerke", sagt die gebürtige Unterweißenbrunnerin, die in Stadtlauringen lebt.

Vernissage

Die Eröffnung der Ausstellung "Ungeschliffen" ist am Sonntag, 8. März, um 15 Uhr in den Galerieräumen im Deutschordensschloss. Zu sehen ist die Ausstellung vom 8. März bis zum 5. April zu den Öffnungszeiten von Kultourismus im Schloss, diese sind: Dienstag bis Freitag, 10 bis 16 Uhr; Samstag, 10 bis 14 Uhr; Sonntag, 13 bis 17 Uhr.