"Akzente" - die Kulturgruppe der Münnerstädter Museumsfreunde, begründete in Münnerstadt vor 30 Jahren das Stadtfest "Musik und Märkte". Der Kern dieser Großveranstaltung hat sich bis heute erhalten, andere Programmpunkte gibt es lange nicht mehr, so den unterfränkischen Kunsthandwerkermarkt. Im kommenden Jahr soll er zum Stadtfest zurückkommen. Das Kultourismus-Büro arbeitet momentan daran, erläutert Inge Bulheller die angelaufene Stadtfest-Planungen für 2014.

Inge Bulheller kennt den Kunsthandwerkermarkt beim Münnerstädter Stadtfest nicht mehr. Damals wohnte sie noch nicht hier. Dafür kennt sie den Bad Königshofener Kunsthandwerkermarkt, der in den 1980er Jahren dem Münnerstädter Vorbild gefolgt war. Ihn gibt es bis heute und Inge Bulheller findet, dass ein solcher Kunsthandwerkermarkt auch Münnerstadt gut zu Gesicht stehen würde. Geplant sei er im Schlosshof. "Die Kunsthandwerker sind schon angeschrieben", betont die Leiterin des Kultourismus-Büros. Das Stadtfest "Musik und Märkte" sei ein Test, ob ein solcher Markt in Münnerstadt angenommen wird. Mit dem Kunsthandwerkern möchte Bulheller zum Fest einen Marktrundweg einrichten, der in der Hauptstraße beim traditionellen Kapitelsmarkt startet, von dort zum Trödelmarkt in der Finsteren Gasse, Gymnasiumstraße und Klostergasse führt und von dort weiter zur Schwesterngasse und Museum. Von dort könne man dann über den Flohmarkt des Vereins "Zukunft für das Heimatspielhaus" zurück zur Hauptstraße.

Mia Hochrein hat Mitte der 1980er Jahre den unterfränkischen Kunsthandwerkermarkt zusammen mit der Gruppe "akzente" initiiert. Die Künstlerin ist selbst Töpfermeisterin und war damals auch mit einem eigenen Stand vertreten. Dass jetzt der Kunsthandwerkermarkt wiederbelebt werden könnte, sieht sie positiv. "Aus dem Bauch raus bin ich immer für so was", meint sie. Doch sie weiß aus ihrer Erfahrung, dass ein solches Angebot viel Zeitaufwand und einen langen Atem erfordert. Wichtig sei, dass wirklich Profis zu diesem Markt kommen. Und man brauche Durchhaltevermögen. Es brauche mindestens drei Jahre, um sich richtig zu etablieren. In Münnerstadt sei der Markt damals leider eingeschlafen, erinnert sie sich. Es habe vor allem am zeitlichen Aufwand gelegen.


Neues Publikum

Grundsätzlich sieht Mia Hochrein einen solchen Markt als zusätzliche Chance. "Münnerstadt hat ja einen Ruf", meint sie. Außerdem würde ein Kunsthandwerkermarkt nochmals ein anderes Publikum ansprechen als die bestehenden Märkte. Man sollte klein anfangen und dann langsam wachsen, meint Hochrein zur Kultourismus-Idee. Der Name sei ja schon da. Der Name "Unterfränkischer Kunsthandwerkermarkt" ist ihres Wissens nach bisher nur in Münnerstadt genutzt worden. Genutzt wird bis heute das Logo des damaligen Kunsthandwerkermarktes. Das hat der Münnerstädter Grafiker Peter Hina entworfen. Er erinnert sich gut daran, weil dieses mittlerweile von Mürscht e.V. für Plakatwerbung verwendet wird.

Zum Stadtfest 2014 gibt es zudem Überlegungen, ob für die Musikveranstaltungen unbedingt ein Zelt nötig ist. Im Jahr 2013 hat alleine die Zeltmiete über 5000 Euro verschlungen. Nachdem aber die Veranstaltungen auf Wunsch der Stadt weitgehend ohne Eintritt angeboten werden sollen, sei es schwierig, die Zeltmiete finanziell hereinzuholen, betont Inge Bulheller. "Die Nebenkosten fressen uns auf", kommentiert sie die Problematik. Deshalb denkt sie darüber nach, statt mit einem Zelt lieber mit großen Schirmen zu arbeiten. "Die sind nicht zu teuer", meint Bulheller. Trotzdem sei ein Minimum vorhanden. Zudem glaubt sie, dass auch die Atmosphäre am Anger ohne Zelt angenehmer sei. Überdacht würde dann nur noch die Bühne.

Wieder mit im Boot beim Stadtfest sind der TSV Münnerstadt und Caterer aus Münnerstadt. Das musikalische Programm steht noch nicht. Daran wird derzeit gearbeitet.