Von Sozialpädagoge Martin Weissenberger, der seit acht Jahren hier tätig ist, konnten sie in gemütlicher Runde viel Informatives erfahren. Heuer kann übrigens das 20-jährige Bestehen dieser Sozialeinrichtung gefeiert werden, mit Charly Friedel ununterbrochen an dessen Spitze.
Weissenberger berichtete von den vielfältigen Aufgaben, denen sich das Kinderhaus als Bestandteil des "Netzwerkes für soziale Dienste" in den Dienst der Kinder und Jugendlichen stellt, oftmals Problemfälle, die aus unterschiedlichsten Gründen (Gewalt, Missbrauch, soziale Probleme) von den Jugendämtern aus ihren oft zerrütteten Familien genommen wurden. Vom Familienersatz, dem Ausfüllen von Vater- und Mutterrolle durch die Betreuer mit allen Facetten eines "normalen" Familienlebens, von der Verantwortlichkeit, den Kindern von klein auf einen Weg zu weisen ins reale Leben und sie auf dieses vorzubereiten. "Kinder richten sich und ihr Leben ein nach dem, was ihnen vorgelebt wird!"


Ein Haus für Flüchtlinge

Freudig und stolz berichtete Weissenberger auch, dass erst am Vortag ein ehemaliges "Kind" des Hauses, mittlerweile volljährig, sich nach mehreren Jahren wieder einmal in seinem "Elternhaus auf Zeit" gemeldet habe.
Mittlerweile gibt es in Münnerstadt, nur zwei Häuser weiter, eine weitere Einrichtung des "Netzwerkes für soziale Dienste", das Haus "Akwa Aaba" , in welchem junge Flüchtlinge untergebracht sind und betreut werden.


Lösungen finden

Auch über die Finanzierung der Einrichtungen, von denen es in der Region mehrere gibt, und die durch Tagessätze der Jugendämter unterhalten werden, wurde berichtet. Anhand von einigen Fallbeispielen legte Weissenberger dar, womit sie in ihrer täglichen Arbeit konfrontiert werden. "Unsere Hauptaufgabe sehen wir darin, sowohl Kinder, aber auch Eltern zu betreuen und gute Lösungen zu finden. Denn ein intaktes Familienleben ist das A und O unserer Gesellschaft", sagt Martin Weissenberger, der selber dreifacher Vater ist.
"Und unser Kinderhaus kann und soll ja nur ein vorübergehender, aber lebenswichtiger Familien-Ersatz sein!" Dazu gehören auch hin und wieder Nachhilfen, Freizeiten, kleine Überraschungen und besondere "Bonbons". Deshalb nahm er mit großer Freude die von der Frauen Union überreichte Spende in Höhe von 300 Euro entgegen. "Wir werden dieses Geld sinnvoll und kindergerecht einsetzen!"