"Eines möchte ich gleich zu Beginn klarstellen: Wir sind kein Industriebetrieb, sondern ein Handwerksbetrieb. Und ein Familienbetrieb noch dazu! Aber nach Kunden-Auftrag und -Wunsch fertigen wir alles!", so begrüßte Senior-Chef Dipl. Ing. Theo Vorndran vor dem Betriebsgelände die 22-köpfige Besuchergruppe; diesmal Mitglieder des CSU-Ortsverbandes und der Frauen Union Münnerstadt und führte sie mit ausführlichen Erläuterungen direkt mitten durch einen lärmenden Arbeits-Alltag in den verschiedenen Werkhallen.


Gehämmert, gebohrt, geschweißt

Es wurde gehämmert und gebohrt, schwere Stahlteile schepperten, der Geruch von erhitztem Eisen hing in der Luft. Mehr als 200 Mitarbeiter zählt die Firma; doch in den Betriebshallen selbst ging es eher übersichtlich zu. "Der Großteil unserer Belegschaft arbeitet auf Montage oder in Großbetrieben in ganz Deutschland und darüber hinaus...", sagte der Seniorchef dazu und erläuterte, dass ein beträchtlicher Teil ihrer Fertigung Geländer, Türen und Tore betrifft. Ein besonderer und wichtiger Teil befasst sich mit der Konstruktion, Herstellung und Montage von Fertigungsstraßen für die Großindustrie. In vielen Großbetrieben der Region werden solche Einrichtungen betreut und gewartet - und wenn es sein muss repariert.


Für eine große Klinik

Dazu gehört auch, dass hin und wieder Fertigungsstraßen hier abgebaut und in Nachbarländern neu montiert werden, weil die Produktion ins billigere Ausland verlagert wird. Stolz zeigt Theo Vorndran auf fleißige Arbeiter, die an seltsam gebogenen Eisenteilen werkeln: "Das ist auch eines unserer Spezialgebiete, der Treppenbau. Diese hier geht z. B. nach München in eine große Klinik, über drei Stockwerke hoch. Da ist diffiziles Arbeiten angesagt, um genau die Wünsche der Architekten und Planer zu erfüllen. Denn das ist auch Kunst am Bau!"
Doch da gibt es noch wesentlich größere Konstruktionen, wie freitragende Treppen über gleich vier Stockwerke, oder Fluchttreppen an Verwaltungsgebäuden mit über 20 Meter Höhe. Da sind dann schon Auftragsvolumen von mehreren Millionen Euro mit dabei. Neben der handwerklichen Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes gibt es in der Fa. Vorndran natürlich einen großen Maschinenpark, zumeist speziell nach den Bedürfnissen der Firma gebaute Riesengeräte, die den unbedarften Besuchern Respekt und Staunen einflössen. Da steht die Riesenpresse, die mit bis zu 1000 Tonnen Druck stärkste Metallplatten kantet und winkelt als wären sie aus Karton. Oder der Laserstrahlschneider, der aus dicken Blechen und Platten selbst filigranste Gegenstände fast lautlos ausschneidet. In einer anderen Halle steht ein weiterer Koloss, in welchem rostige Eisen- und Stahlteile mit feinsten Stahlkügelchen bestrahlt werden und danach wie poliert erscheinen. Dann sind da viele Meter lange, mächtige Konstruktionen zu sehen, zusammengepackt für den Versand ins Ausland. Darunter auch Laufstege, die längs dieser Monstermaschinen benötigt werden. Für die speziellen Verbindungsstücke hat gar die Firma Vorndran eine eigene Entwicklung zur Serienreife gebracht, gefertigt aus Alu und Guss. Sie sind Bauteile der bis zu 540 Meter (!) langen Maschinen, die in der ganzen Welt zur Herstellung von Papier dienen. Wesentliche Teile davon: Made in Kleinwenkheim!
In der Aluminiumbau-Halle, gegenüber, geht es etwas ruhiger zu. Hier werden unter anderem Fenster und Türen für Großbaustellen wie Schulen, Ämter, Forschungszentren, Krankenhäuser, Firmengebäude usw. hergestellt, alles genau nach Maß und Wunsch. Ebenso aber auch Fassadenverkleidungen nach individuellsten Planungen und Vorgaben, ja sogar komplette Gebäude oder aufwendigste Riesen-Konstruktionen als Kunst am Bau werden hier fertiggestellt und vor Ort montiert. "Genau so kann aber jeder einfache Häuslebauer bei uns sich seinen Bedarf nach eigenen Vorstellungen anfertigen lassen!" , meint dazu der Seniorchef lachend und fügt hinzu, auf einen Stapel Metallstühle verweisend: "Und wer demnächst in Bad Kissingen vor dem Kurgarten-Cafe sitzt und genießt, kann ruhig daran denken, dass auch diese Stühle und Tische hier bei uns in Arbeit waren!" 1947 hatte Eugen Vorndran den Betrieb als kleine Spenglerei und Schlosserei für landwirtschaftlichen und häuslichen Bedarf, verbunden mit einem Zweirad-Handel, direkt an der Hauptstraße in Kleinwenkheim gegründet. 1965 entstand dann der erste Bau jenseits der Wannig, wo seither der Betrieb immer mehr zu einem großem Komplex erweitert wurde. Mit damals 20 Mitarbeitern übernahm Theo Vorndran noch vor Abschluss seines Ingenieur-Studiums. die Firma.


Die nächste Generation

Seither vergrößerte sich der Betrieb, erweiterte sein Spektrum an spezialisierten Facharbeiten und ist nun weltweit tätig. Als Ausbildungsbetrieb in Metallbau und Technischem Zeichnen erhielten hier viele Azubis eine fundierte Ausbildung und wurden bis auf wenige Ausnahmen in den Betrieb übernommen. Seit einigen Jahren sind die Bürde und die Aufgaben der Firmenleitung auf mehrere Schultern verteilt, die nächste Generation hat die Verantwortung mit übernommen.