"Ja, mir san mit‘m Radl da", hieß es am Sonntag im Kloster Maria Bildhausen beim vierten Bildhäuser Fahrradtag des Dominikus-Ringeisen-Werkes. "Hinter dem Fahrradtag steckt die Idee, zum Auftakt der Radsaison ganz gezielt auf Maria Bildhausen aufmerksam zu machen, in den Blick der Fahrradfahrer zu bringen", sagt Michael Nowotny, der stellvertretende Gesamtleiter des Dominikus-Ringeisen-Werkes in Maria Bildhausen. "Unser Mitarbeiter Matthias Guck hat das alles toll organisiert, ich war nicht beteiligt", sagt er.

Rad im Mittelpunkt der Predigt

Viele Radfahrer hatten bei der Ankunft schon zehn oder 20 Kilometer auf dem Rad hinter sich, einige holten ihr Rad erst auf dem Kloster-Parkplatz vom Dach ihres Autos. Etliche von ihnen nutzten das schöne Wetter für eine geführte Fahrrad-Tour ab dem Kloster.
Im Kloster-Park zelebrierte Pater Gottfried Scheer SAC, der Hausgeistliche von Maria Bildhausen, den Gottesdienst mit Fahrradsegnung. Er stellte natürlich das Rad in den Mittelpunkt seiner Predigt und betonte, dass es schon vor mindestens 6000 Jahren von den Menschen erfunden worden sei. "Ein Rad dreht sich immer nur um sich selbst. Ein Mensch muss allerdings auch an andere denken", sagte Scheer. Es dürfe sich nicht alles um ihn selbst drehen, mahnte er die Gottesdienst-Besucher. Viele von ihnen hatten ihre Fahrräder mitgebracht, die von Scheer gesegnet wurden.
Nach dem Gottesdienst wurde es richtig laut auf dem Klostergelände, denn die "Bildhäuser Blechtrommler", eine musikalisch begabte Gruppe von Bewohnern des Klosterkomplexes unter der Leitung von Benjamin Balling, gab Kostproben ihres Könnens. Danach war die Trachtenkapelle Theinfeld, die schon zu den Stammgästen gehört, für die musikalische Unterhaltung zuständig.
Die Jugend-Verkehrsschule des Landkreises Bad Kissingen war auch präsent. Eine Polizeibeamtin und ein Beamter gaben Auskunft über verkehrssichere Radler-Helme. "In erster Linie müssen Licht, Klingel und Bremsen in Ordnung sein, damit ein Rad verkehrssicher ist. Ein guter Helm darf nicht fehlen", lautete der Ratschlag.
Außerdem ging es am Stand der Jugend-Verkehrsschule um das Thema "Toter Winkel". Hier wurde deutlich gemacht, dass Lastwagen-Fahrer Radfahrer leicht übersehen und damit stark gefährden können. Deshalb sollten Radfahrer von sich aus darauf achten, nicht in den toten Winkel von Lastwagen zu geraten. Wer sich über Neuigkeiten auf dem Fahrradmarkt, speziell auch E-Bikes, informieren wollte, kam ebenfalls auf seine Kosten.
An der historischen Führung durch das Kloster nahmen zahlreiche Gäste teil. So konnten sie viele Räume der Anlage besichtigen, die sonst nicht zugänglich sind. Das Kloster an sich ist viel älter, die heute erhaltenen Bauten gehen im Wesentlichen auf das 17. und 18. Jahrhundert zurück. Gegen Abend hallte böhmische Blasmusik über das Klostergelände, als der vierte Fahrradtag in Maria Bildhausen klang mit einem Open-Air-Konzert der 18 Musiker zählenden Band "Böhmisch G'schtörd" ausklang.