Das lateinische Sprichwort "Ubi bene, ibi Patria" (wo es mir gut geht, da ist meine Heimat) stammt von dem römischen Dichter, Philosophen und Staatsmann Cicero (106-43 v.Chr.), geht aber laut Internetlexikon Wikipedia ursprünglich noch viel weiter zurück auf den griechischen Dichter Aristophanes (444-380 v.Chr.). Auch andere, zum Beispiel die Münnerstädter Künstlerin Mia Hochrein und ihre Freunde im Else-Team haben sich im Rahmen des internationalen Kunstprojektes "Heimat. Gestern. Heute. Morgen" Gedanken gemacht, was Heimat eigentlich bedeutet.

Ursprünglich hatte der Verein kult:Mühlviertel aus Freistadt (Oberösterreich) den Anstoß für dieses Projekt gegeben. In der Alten Aula gab es nun eine ebenso unterhaltsame wie zum Nachdenken anregende literarische Performance und Abschlussveranstaltung mit dem Schwerpunkt "Heimat".

Das ideale Urlaubsziel

Schon Mia Hochreins rollendes "Reisebüro in die Heimat" mit einem Campingzelt im Hintergrund machte neugierig. Hier, im Foyer der alten Aula, beriet sie "Kunden" bei der Suche nach dem idealen Urlaubsziel. Sie stellte ihnen viele Fragen, um ihnen schließlich das ideale Ziel nennen zu können: Was essen Sie gerne? Hausmannskost? Wollen sie an den Wald, ans Meer oder an einen See? Soll es regnen und stürmen oder die Sonne scheinen? Welche Sprache mögen sie im Urlaubsland?

Die Künstlerin hat auch eine ziemlich genaue Vorstellung, was sie unter Heimat versteht: Meine Handtasche. Mein iPhone. Blick vom Schindberg. Geruch nach Holz und Leim. Meine Freunde. Gefahrlos schlafen können. Doch auf einer der sieben überdimensionalen Schrifttafeln in der alten Aula gestand sie "Heimat. Da war ich noch nie!"

Frängisch babbeln

Ein Teil der Zuhörer musste sich sehr konzentrieren und genau zuhören, als den Zuhörern Kostproben aus den Workshops "frängisch babbeln" präsentiert wurden. Schließlich gelten Mundart und Dialekt als wichtige Bestandteile von Heimat.

Der "Potschamberl" allerdings ist nicht etwa ur-fränkisch, sondern wohl eher ein Import aus im Westen Deutschlands, denn dieses nette Wort für Nachttopf kommt ursprünglich aus Frankreich und ist eine Verballhornung von "Pot-de-Chambre" (Zimmer-Topf).

Schließlich machte die Theater-Performance "wo ist Heimat?" Mit Detlev Beck, Sabine Häring, Mia Hochrein, Claudia Koch, Jens Müller-Rastede und Dietmar Wohlfomm den Zuhörern Appetit auf mehr Heimat. Mia Hochrein, als Frau Heimes mit ihrem mobilen Reisebüro auf der Bühne präsent, versuchte sich mit einer genaueren Erklärung des Begriffes Heimat: "das ist der Ort, an dem man seine Wurzeln hat ... An den man gerne zurückkehrt".

Und dann plötzlich die Stimme von der Internet-Auskunft Alexa (gesprochen von Claudia Koch): "Heimat ist da, wo ich verstehe und verstanden werde" und Heimat ist der Ort, in dem ich willkommen bin, wo meine Familie ist" oder "der Mensch ist dort zu Hause, wo sein Herz ist, nicht sein Körper".

Sabine Häring meldete sich als Radioreporterin aus Münnerstadt und fragte die Leute aus, erfuhr aber nicht allzu viel.

Dietmar Wohlfromm verglich Münnerstadt mit dem oberösterreichischen Freistadt, woher der Anstoß für das Projekt Heimat gekommen war. Münnerstadt ist, wenn man die Fläche als Maßstab nimmt, mehr als siebenmal größer. In Münnerstadt sind einige Gassen dem Verfall preisgegeben, obwohl sie unter Denkmalschutz stehen. Der Dicke Turm diente früher als Gefängnis. Seine Türen waren breiter als die Türen des vergleichbaren Turms in Freistadt. Warum? Die Ernährung im Kloster in Münnerstadt war besser.