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Bad Kissingen
Justiz

Sexueller Missbrauch in neun Fällen: Anklage gegen Jugend-Fußballtrainer - Eltern "extrem schockiert"

Die Staatsanwaltschaft Schweinfurt wirft dem jungen Mann vor, neun Kinder mit perfiden Tricks dazu gebracht zu haben, ihm Nacktfotos zu schicken.
 
Hier wurde der Tatverdächtige - mit dem Mantel über dem Kopf - im März gerade von Polizisten  aus dem Landgericht Schweinfurt geführt, nachdem er dort eine Vorführung vor dem Haftrichter hatte. Foto: Sat1Bayern
Hier wurde der Tatverdächtige - mit dem Mantel über dem Kopf - im März gerade von Polizisten aus dem Landgericht Schweinfurt geführt, nachdem er dort eine Vorführung vor dem Haftrichter hatte. Foto: Sat1Bayern

Anfang März wurde ein Ort im Landkreis Bad Kissingen erschüttert. Die Kripo ermittelte gegen einen jetzt 21 Jahre alten früheren Jugendfußballtrainer. Ihm wurde vorgeworfen, neun Kinder aus seinem Team des örtlichen Fußballvereins genötigt zu haben, ihm Nacktfotos von sich zu schicken. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Schweinfurt Anklage wegen sexuellen Missbrauchs in neun Fällen erhoben.

Die Kinder sind zwischen elf und 13 Jahre alt. "Bei drei Geschädigten soll es auch zu Handlungen mit Körperkontakt gekommen sein, die jedoch nicht den Straftatbestand des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern erfüllen", so Axel Weihprecht, Leitender Oberstaatsanwalt in Schweinfurt. Wie er weiter ausführt, sei der Mann weitestgehend geständig, soweit er sich nach eigenen Angaben an die Taten erinnere.

Angeklagter noch in Untersuchungshaft

Nach Beginn der Ermittlungen hatte sich der Verdächtige in einem Bezirkskrankenhaus zur Behandlung aufgehalten. Kurze Zeit später wurde er festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt. Der sah es als erwiesen an, dass der 21-Jährige versucht hatte, einen Zeugen zu beeinflussen - der junge Mann kam in die Untersuchungshaft, wo er sich auch jetzt noch befindet.

Jürgen Scholl ist Rechtsanwalt aus Schweinfurt und vertritt Eltern von betroffenen Kindern. Er sagt damals, dass die Eltern "extrem schockiert" gewesen sind. "Nicht nur das, was den Jungen angetan wurde, entsetzt sie - es geht auch um einen immensen Vertrauensbruch und Vertrauensverlust." Schließlich dachten die Eltern, ihre Kinder seien im örtlichen Fußballverein sicher untergebracht.

Ans Tageslicht kamen die Vorwürfe, nachdem sich ein 13-Jähriger seinen Eltern anvertraut hatte. Die erstatteten Anzeige, die Kripo ermittelte. Der mutmaßliche Missbrauch soll laut Auskunft der Staatsanwaltschaft zwischen Oktober 2017 und Februar 2020 angehalten haben. An die Fotos gelangte der Verdächtige mit einem perfiden Trick, der die Jungs sowohl einschüchterte wie beschämte.

Die Gemeinde, die wir hier zum Schutz der Opfer nicht nennen werden, hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe schnell reagiert und Polizei, Eltern, die Vereinsvorstände und Vertreter der Opferschutzorganisation "Weisser Ring" an einen runden Tisch geholt.