Dass es ihnen ganz ausgezeichnet geht, sieht man ihnen an. Am 1. April sind Ingrid Dieterich, Sandra Rößler und Eberhard Gürtler in die neue Wohngemeinschaft (WG) im Haus Au-Blick der Kissinger Lebenshilfe gezogen und haben jetzt ihre ersten Erfahrungen im Zusammenleben in der neuen Heimat gemacht. Und für sie scheint es selbstverständlich zu sein, dass es so etwas wie Probleme überhaupt nicht gibt.

Die neue Fünfer-WG ist Teil der neuen Anlage in der Friedrich-List-Straße, die die Lebenshilfe Bad Kissingen e. V. offiziell eröffnet hat. Sie soll ihren Bewohnern ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Nur wenn sie wirklich Hilfe brauchen, ist jemand da, an den sie sich wenden können. Ein Experiment ist das nicht, nicht nur, weil es in der Pfalzstraße bereits eine derartige offene Dreier-WG gibt. Sondern auch, weil sich die Bewohner - neben Ingrid Dieterich, Sandra Rößler und Eberhard Gürtler sind auch Rebekka Nöth und Alexandra Fehr eingezogen - bereits kennen, und zwar von der Arbeit bei der Euerdorfer Firma "permatec" und von der Lebenshilfewerkstatt.

Von der Möglichkeit, in die neue WG zu ziehen, haben die fünf natürlich durch Mundpropaganda, aber ordnungsgemäß auch durch Vorträge in der Lebenshilfe erfahren. Zwölf Interessenten haben sich gemeldet, fünf wurden ausgewählt, die sich bei einem Treffen im Januar noch besser kennen lernten. Eberhard Gürtler hatte schon WG-Erfahrung aus der Pfalzstraße, wo er mit seiner Frau Gabi gewohnt hat. Sie ist wegen der intensiveren Betreuung in das neue Wohnheim gezogen. Das klingt nach Entfernung, ist aber nur ein Stockwerk tiefer. Eberhard Görtler ist damit nicht unzufrieden: "Jetzt habe ich mein eigenes Zimmer."