"Wege bringen Menschen zusammen", sagte Landrat Thomas Bold gestern bei der Eröffnung des Fahrrad- und Fußgängerweges zwischen Bad Kissingen und Arnshausen. Die Menschen der beiden Orte wurden auf dem Papier schon im Jahr 1972 zusammengebracht, als Arnshausen eingemeindet wurde. Schon in dem hierfür geschlossenen Vertrag wurde ein Rad- und Fußweg versprochen.
44 Jahre lang hat er auf sich warten lassen, nun ist er da.


"Da gehen wir durch"

"Hier steht ja mehr Polit-Prominenz als bei mancher Autobahneinweihung", begrüßt Dorothee Bär die Anwesenden. Die Bundestagsabgeordnete und Staatssekretärin beim Bundes-Verkehrsministerium hat sich in Berlin für den Radweg eingesetzt. Ebenfalls gekommen sind unter Anderen Bärs Bundestagskollegin Sabine Dittmar, Bad Kissingens Oberbürgermeister Kay Blankenburg und Gerhard Eck, Staatssekretär im bayerischen Innenministerium. Eck hat sich vor vier Jahren auf Initiative des Landtagsabgeordneten Robert Kiesel der Sache angenommen.

"Ich hab damals gesagt: Wenn das nichts wird, dann schmeiß ich hin" erinnert sich der Staatssekretär.
"Herr Eck hat mit einem Bleistift einen Strich in die Karte gezogen und gesagt: Da gehen wir durch" erzählt Kay Blankenburg von der Planungssitzung. Ganz so einfach war es jedoch nicht. Ursprünglich sollte der Radweg zusammen mit der B286 neu gebaut werden. Da der Neubau der Bundesstraße aber noch immer in unbestimmter Zukunft liegt, sagte Eck im Jahr 2012 zu, dass der Radweg als "vorgezogene Maßnahme" errichtet werden soll.


2,5 Millionen Euro für den Radweg

Allerdings musste davor noch die alte B286 saniert und Kanalarbeiten vorgenommen werden. Die Beteiligten mussten sich mit den Grundstückseigentümern einigen, und mit der Deutschen Bahn über die Beteiligung an den Kosten der Bahnunterführung. 2,5 Millionen Euro kostete der 1,1 Kilometer lange Radweg. Den Großteil übernahm das Straßenbauamt, einen Teil die Bahn, und auch die Stadt Bad Kissingen beteiligte sich mit rund 160 000 Euro für die (großzügige) Beleuchtung und die Anpassung der Gehwege.

Die Fahrräder ins Rollen gebracht hat jedoch vor allem die Interessengemeinschaft Radweg Arnshausen. In vielen Demonstrations-Touren radelten sie drei Jahre lang ins Bad Kissinger Rathaus um das einzufordernen, was ihnen vor Jahrzehnten versprochen wurde. Daran erinnert Stadträtin und Mitglied der Interessengemeinschaft Martina Greubel bei der Eröffnung. Die Arnshäuser Radler, von denen etwa 15 gekommen sind, hegen keinen Groll mehr, sondern freuen sich: "Das macht mich gleich zweifach glücklich", sagt etwa Adolf Riedl: "Einmal, weil mein Lieblingsstadtteil nun angebunden ist. Und einmal, weil mein Enkel zur Eröffnung die Trompete spielt." Drei junge Arnshäuser Bläser spielten unter anderem "Freude schöner Götterfunken" bei der Veranstaltung. "Als der Radweg geplant wurde, waren eure Eltern wahrscheinlich noch nicht geboren", sagte Blankenburg. "Ich hoffe, dass nicht erst eure Enkel die Eröffnung der B286 neu erleben."