Zum dritten Mal schon fand die Hauptversammlung des Vereins Aktion Kindergarten Ebenhausen mit seinen 137 Mitgliedern in der Ebenhäuser Kirche statt und bevor die 38 Besucher zum spannenden Thema Neuwahlen kamen, mussten zuvor die üblichen Regularien der Tagesordnung abgearbeitet werden.

Gute Wahlvorbereitung

Dank einer guten Vorbereitung konnte die Wahl zügig abgewickelt werden: Jens Lindemann löst Benedikt Keßler nach sechsjähriger Amtszeit als 1. Vorsitzender ab. Die 2. Vorsitzende Viola Eckert, die ebenfalls sechs Jahre dabei war, wird von Melanie Bräuer ersetzt. Julia Keller folgt der Kassiererin Ines Krake nach, die sieben Jahre lang ihren Posten innehatte. Bei der Wahl einer Nachfolgerin für die Schriftführerin Luise Springer, die drei Jahre dabei war, setzte sich Tina Topler gegen Mitbewerberin Kathrin Ritter durch. Zu Kassenprüferinnen wurden Ines Krake und Melanie Wolz gewählt. Somit kann das Kindergartenschiff unter dem neuen Kapitän Jens Lindemann mit seiner Crew weitersegeln.

Der ausscheidende 1. Vorsitzende Benedikt Keßler wie auch seine Vorstandskolleginnen verabschiedeten sich mit einem lachenden, aber auch mit einem weinenden Auge. Sie hinterlassen ihren Nachfolgern sicherlich große Fußstapfen, aber auch ein gut vorbereitetes Feld für weiterhin fruchtbare Arbeit. Auch der Bürgermeister, die Kirchenverwaltung und der Elternbeirat bedankten sich mit warmen Worten für die geleistete Arbeit. Das Kindergartenteam verabschiedete sich bei der alten Vorstandschaft mit zwei tollen selbstgedichteten Songs, und Kindergartenleiterin Daniela Koch verriet: "In den vergangenen Jahren haben wir eine enge Verbindung zueinander aufgebaut. Am aufregendsten war die Corona-Zeit durch die vielen zusätzlichen Aufgaben. Das hat uns zusammengeschweißt, aber es hat auch aufgerieben und viel Kraft gekostet."

Außergewöhnliches Jahr

Vereinsvorsitzender Benedikt Keßler legte ebenso wie Schriftführerin Luise Springer und Kassiererin Ines Krake die Rechenschaftsberichte über das Geschäftsjahr 2021 ab. Das Kindergartenjahr 2021 war in vielerlei Hinsicht ein außergewöhnliches Jahr, in dem es immense Aufgaben zu meistern üblich. Aufgrund der Corona-Pandemie lief kaum etwas wie sonst. Angefangen vom Lockdown zu Anfang des Jahres, über die vielen ausgefallenen Festen und Aktionen, die normalerweise im Jahresablauf stattfinden, bis hin zu der enormen Leistung des Umbaus, des zeitweisen Umzuges der Regelkinder in die Gemeindeturnhalle und des Rückumzuges in den erweiterten Kindergarten - und das alles unter Coronabedingungen.

Ab 1. Januar 2021 wurden die monatlichen Kindergartenbeiträge auf 140 Euro für Regelkinder und 170 Euro für die Krippenkinder angehoben. Der Kindergarten hat aufgrund der Vergrößerung seine Betriebserlaubnis bis auf knapp über zehn Kinder erhöht, und schon im Jahr 2024 werden 94 Kinder den Ebenhäuser Kindergarten besuchen. Besonders im Krippenbereich bei den unter Dreijährigen herrscht große Nachfrage. Die Grundfläche wurde von 490 m² auf 830 m² vergrößert und dabei nicht nur in einem separaten Bereich zwei Krippengruppen geschaffen. Mit in die Baumaßnahme eingeschlossen sind auch ein neuer Mensabereich und die notwendige brandschutztechnische Ertüchtigung des Gebäudealtbestandes. Für 2022 stehen noch der Umbau der Außenüberdachung und Nebengebäude, die Neugestaltung der Außenanlagen, eine Verdunklung für die Krippenräume, der Garderobenbereich im Regelkindergarten und der dringend benötigte Lärmschutz in den Räumen für die Regelkinder an.

Händeringend nach Personal gesucht

Eng verbunden mit der Kindergartenerweiterung ist die Personalfrage. Bisher arbeiten zwölf, zeitweise 14 Erzieherinnen, Kinderpflegerinnen und Betreuungspersonen im Ebenhäuser Kindergarten, unterstützt von einem Hausmeister, einer Verwaltungskraft und etlichen Reinigungskräften. Allerdings wird händeringend weiteres Personal gesucht, da es ja durch die Vergrößerung mehr Gruppen und so deutlich mehr Kinder zu betreuen gibt.

Im Bericht von Kassiererin Ines Krake wurde deutlich, in welchen Größenordnungen im Kindergarten gerechnet wird, verwaltet sie doch Ausgaben und Einnahmen von weit mehr als einer halben Million Euro. Durch geschicktes Wirtschaften und beantragte Zuschüsse kann der scheidende Vorstand seinen Nachfolgern ein ordentliches Polster hinterlassen, so dass auch die letzten noch anstehenden Maßnahmen für die komplette Fertigstellung des Kindergartens finanziell abgesichert sind. Die beiden Rechnungsprüferinnen Melanie Wolz und Tanja Klingler hatten dieses gewaltige Zahlenwerk genau geprüft und für einwandfrei befunden. So erteilte die Versammlung der Kassiererin und dem Vorstand die Entlastung.

Auch Bürgermeister Nico Rogge betonte den gewaltigen Umfang der Gesamtmaßnahme mit einem Bauvolumen von rund 1,6 Millionen Euro plus geschätzten weiteren 200.000 Euro für die Außenanlagen. "Was hier in den letzten Jahren geleistet wurde, ist tatsächlich herausragend!", unterstrich Rogge die enorme Leistung, unter Corona die Kindergartenerweiterung und den Umzug zustande gebracht zu haben. Er versprach, den Kindergarten weiterhin zu unterstützen, so gut es geht.