Die Holzstämme liegen auf dem selbstentwickelten Querförderer, Jochen Selbert steht in der Mitte seiner Maschine und bedient sie mit einem Joystick. Er bewegt den Hebel nach vorne - und der erste Baumstamm wird vollautomatisch dem Längsförderer zugeführt. Ein Stamm nach dem anderen wird in der Maschine auf die gewünschte Länge gesägt und gespalten.
"Ich habe überlegt, wie ich die Holzzuführung verbessern kann, um die Arbeitsvorgänge des Sägespalters zu optimieren", sagt Selbert. In seiner Halle tüftelte er über ein halbes Jahr an diesem Gestell. "Hin und wieder gab es Schwierigkeiten, die ich nicht auf die Schnelle lösen konnte", berichtet Selbert.
Mit Hilfe eines Ingenieurs wurde jede noch so knifflige Aufgabe gemeistert. "Vorher verstopften Sägespäne nach einer gewissen Zeit die Maschine, und die Holzzuführung ging nur von Hand", erklärt Selbert.
Die Arbeiten mussten immer wieder unterbrochen werden und waren sehr kraftaufwendig. Durch das selbstgebaute Gestell steht die Maschine höher, und die Zuführung der Holzstämme kann durch einen Kran oder Traktor erfolgen. "Ich habe anfangs selbst recherchiert, ob schon jemand eine solche Maschine gebaut hat", berichtet Selbert.
Nachdem er festgestellt hatte, dass bisher niemand eine solche Maschine entwickelt hatte, beauftragte er einen Patentanwalt. "Die Patentanmeldung läuft bereits seit einem Jahr, aber ich habe die Bestätigung, dass meine Maschine einzigartig und somit geschützt ist", sagt Selbert.

Es wird weiter entwickelt

Die Entwicklung ist aber nicht abgeschlossen. "Mein Ziel ist es, die Maschine auf einem Autoanhänger zu installieren und mit einem Dieselmotor zu betreiben", berichtet er weiter. Die Maschine kann zwar schon vor Ort bei Kunden innerhalb von zehn Minuten aufgebaut und betrieben werden, allerdings wären diese Weiterentwicklungen eine deutliche Kosten- und Zeitersparnis.
Was Jochen Selbert mit dem Patent machen will, ist noch unklar. "Ich könnte das Patent verkaufen, aber da gibt es noch andere Möglichkeiten", erzählt Selbert.

Vom Wald direkt ins Haus

Wer wünscht sich nicht manchmal die Heinzelmännchen ins Haus, damit die anstehenden Arbeiten heimlich, still und leise erledigt werden? Jochen Selbert aus Modlos ist zwar kein Heinzelmännchen, aber er kann Brennholzscheite direkt vom Wald ins Haus liefern und so dem Hausbesitzer manche mühevolle Arbeitsstunde ersparen.
Möglich wird dies durch den zum Patent angemeldeten mobilen Sägespalter, mit dem Selbert die Plätze im Wald anfahren kann, an denen die zu verarbeitenden Baumstämme liegen, selbst wenn dies abseits der Wege mitten im Wald ist. An Ort und Stelle wird der mit einem Quer- und einem Längsförderer versehene Sägespalter aufgebaut. Ein Lkw oder Anhänger wird unter dem Förderband, welches die fertigen Holzscheite transportiert, postiert. Ein Schlepper oder Kran legt mehrere Baumstammabschnitte von vier bis sechs Metern Länge auf den Querförderer, von wo die automatische Reise losgeht. Ein Baumstammabschnitt nach dem anderen gelangt auf den Längsförderer und von dort in die Maschine, wo zunächst Abschnitte der gewünschten Länge (25 oder 33 oder 50 Zentimeter) gesägt werden. Diese Abschnitte fallen in die Spaltvorrichtung, wo sie in Stücke der gewünschten Stärke gespalten werden. Die fertigen Scheite werden dann über ein Förderband dem Lkw oder Hänger zugeführt. Der Kunde hat jetzt nur noch eine Aufgabe: Er muss den Platz bereitstellen, an dem die Holzscheite zum Trocknen gelagert werden können.
Für viele Brennholzkunden, die selbst nicht mehr oder nur mit Mühe in der Lage sind, sich Brennholz zurechtzumachen, ist Jochen Selbert eine große Hilfe, zumal die von ihm produzierten Brennholzscheite preislich günstiger sind als die im Handel erhältlichen. Selbstverständlich kann der Erfinder die Baumstämme auch direkt zu Hause beim Kunden zu Brennholzscheiten verarbeiten.