Ohne die schnelle staatliche Hilfe in Form von Sofortkrediten oder Schnellkrediten kämen viele Unternehmen nicht durch die Corona-Krise. Über die KfW, die Kreditanstalt für Wiederaufbau, werden derzeit Milliarden verteilt - als einmaliges Geldgeschenk oder als zinsgünstige Kredite. Eine große Aufgabe kommt den Hausbanken zu, die das Geld weiterleiten. Betroffene beklagen teilweise genaue Prüfungen der Lebensverhältnisse, sie haben das Gefühl, sich nackt machen zu müssen - für eine Situation, in die sie unverschuldet geraten sind. Ein Gespräch mit Roland Friedrich, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bad Kissingen, über Geld und Gerechtigkeit.

Herr Friedrich, sind Sie, beziehungsweise Ihre Bank, eine Corona-Gewinnerin?

Roland Friedrich: Die Frage ist nicht leicht zu beantworten. In diesen Zeiten von Gewinnern oder Verlierern zu sprechen halte ich für eine problematische Formulierung, da doch ein Großteil der Unternehmen und Mitarbeiter aufgrund der Corona-Pandemie mit neuen Herausforderungen konfrontiert werden. So auch die Sparkasse Bad Kissingen. Ja, wir nehmen die Zinsen ein, aber die erhalten wir für den Aufwand, die Kredite der KfW an den Kunden weiterzuleiten. Aufgrund des Umfangs der verschiedenen Kreditprogramme besteht ein gewisser Prüfungsaufwand im Rahmen der Beratung, um dem Kunden die für ihn in dieser Situation beste Kreditvariante an die Hand geben zu können. Dabei muss man bedenken: Bei Krediten ohne hundertprozentige Haftungsfreistellung der Förderinstitute muss weiterhin das Risiko der Sparkasse berücksichtigt werden. Denn die Sparkasse Bad Kissingen sollte nach einer Rückkehr zur Normalität aus der Corona-Krise nicht auch auf staatliche Hilfen angewiesen sein.