"Vor drei Jahren hat die Unesco 2019 als "Jahr der indigenen Sprachen" ausgerufen. So widmen wir dieses Konzert allen eingeborenen Völkern", sagte Stadtmusikdirektor Bernd Hammer, der das Publikum zum Vorweihnachtskonzert des Jugendmusikkorps im Regentenbau begrüßte. Und auch wenn er es nicht explizit sagte, meinte er vor allem die eingeborenen Völker, deren Zukunft zurzeit zu Ende geht. Und da Musik ein internationales Verständigungsmittel ist, hieß das Konzert auch "Hören und verstehen" - über die Noten hinaus.

Aber zuerst einmal gab es einen Weckruf, "Them Basses March" des Amerikaners Getty Herschel Huffine, mit dem der altfränkisch uniformierte Musikzug von der Bühne aus das Publikum überfiel. Da war es nicht möglich, sich dem krachenden Schwung zu entziehen, der vor allem daher kam, dass die tiefen Bläser in diesem Marsch das Sagen haben - kein Wunder, wenn man bedenkt, dass Huffin sich seinen Lebensunterhalt als Tubist in einem Zirkusorchester verdiente. Das eigentlich Erstaunliche war, mit welcher Präzision und Pünktlichkeit die jungen Musikerinnen und Musiker, die ja alle mitten in diesem Krachgetümmel steckten, zu Werke gingen. Es hilft halt doch manchmal, auf den Dirigenten zu schauen.