Der Sternmarsch von fünf Kapellen zum 95-jährigen Bestehen des Musikvereins Edelweiß Lauter hinauf zum Festplatz am Grohberg verlangte von den Musikern einiges ab.
Lauter war am Samstagabend erfüllt von Blasmusik. Aus verschiedenen Plätzen des Dorfes machten sich Blaskapellen auf den Weg zur Edelweißhalle.
Nun sind Musiker das Marschieren gewohnt: Wann immer in den Dörfern Festlichkeiten anliegen, gibt die Trommel den Marschrhythmus
vor, schmettern die Trompeten, tönt die Tuba. Aber der ziemlich lange Weg und steil bergauf bei fast 35 Grad, das war schon eine Herausforderung.

Alle haben durchgehalten

Da wurde die Puste beim Tenorhorn schon mal knapp, fielen dem Posaunisten die Schweißtropfen aufs Notenblatt, glänzte manch aufgeblasene Backe schweißnass. Aber die Liebe zur Musik und die Vorfreude auf das kommende Gemeinschaftserlebnis beflügelte, alle hielten durch.
Unter dem aufmunternden Applaus der Besucher begrüßte Musikvereinsvorsitzender Mario Digel die Oerberger Musikanten, die Musikkapelle Stralsbach die Musikvereine Waldfenster und Katzenbach sowie die Kapelle des Gastgebers vom Musikverein Edelweiß Lauter.
Mit dem Frankenlied "Wohl auf, die Luft geht frisch und rein" begann der Gemeinschaftschor aller Musikanten, und in der Tat wehte am Grohberg immerhin ein leichtes Lüftchen und beflügelte die nahe hundert Musiker zum beziehungsreichen Konzertstück " n Harmonie vereint", das Dirigent Frank Brixel von den Edelweissmusikanten ausgesucht hatte. Der Gemeinschaftschor war Kernstück der Jubiläumsfeierlichkeiten, wie der Vorsitzende des Musikvereins Lauter bekanntgab, "der am 4. Januar 1920 gegründet wurde und somit einer der ältesten Musikvereine im Landkreis ist".
Die Gründer haben nicht nur einen Verein aus der Taufe gehoben, sondern eine Kameradschaft, die das kulturelle und musikalische Erbe unserer fränkischen Heimat bewahrt. Was wären Flurprozession, Beerdigung, Kirchweih oder Geburtstagsständchen, ohne Musikkapelle, führte Digel aus. Mit Bayernhymne und Deutschlandlied endete das gemeinschaftliche Konzert der Kapellen. Zum Musikantengruß reckten dann alle Musiker ihre Instrumente in den weiß-blauen Himmel.
Jetzt waren kalte Getränke und schattige Plätze angesagt, bevor die Lauterer Musikanten mit Böhmischer Blasmusik für gemütliche Stimmung sorgten.
Das 95. Jubiläum des Vereins war so etwas wie ein Testlauf. "In fünf Jahren, wenn wir hundert werden, wollen wir das Bundesbezirksmusikfest ausrichten", kündigte Vereinsvorstand Mario Digel an. Dafür werden schon jetzt Weichen gestellt: Für 11. Juli ist ein Spielnachmittag geplant, an dem die Instrumente vorgestellt werden. So sollen die Freude an der Musik und an der Gemeinschaft geweckt werden, und vielleicht lässt sich ja auch der eine oder andere Jungmusiker gewinnen.