Erneut stand der Zuschussantrag der Philippi'schen Stiftung auf der Tagesordnung des Marktgemeinderates Euerdorf. Für die zurzeit laufende Sanierung des Altenheims wurde um eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 200 000 Euro gebeten. Die wurde jetzt nach längerer Grundsatzdiskussion mit 10:3 Stimmen bewilligt. Und mit 9:4 Stimmen beschlossen die Räte, dass der Zuschuss zwar nicht an eine Satzungsänderung gekoppelt sei, aber eine Satzungsänderung angestrebt werde.


Einmaliger Betrag

Es sei ein einmaliger Zuschuss für die Baukostenfinanzierung, so der Beschluss. Im Hintergrund stand die Verhandlung mit der Sparkasse über die Laufzeit eines 1,5 Millionen Euro Kredits über 20 Jahre. Es ist dieselbe Laufzeit wie der Pachtvertrag mit dem zukünftigen Betreiber, der von Heß'schen Stiftung. Ohne den Zuschuss wäre diese Laufzeit noch vier Jahre länger, also 24 Jahre. Das gesamte Projekt wurde mit rund 1,95 Millionen Euro beziffert.
Um Augenhöhe des Marktes Euerdorf bei so wichtigen Entscheidungen, bat Elmar Hofmann (Bürgerblock). Das Mitspracherecht des Marktes sollte in die geänderte Satzung durch Aufstockung mit Räten aus der Gemeinde einfließen. Bürgermeisterin Patricia Schießer, selbst Mitglied des Stiftungsrates, machte deutlich, dass eine solche Satzungsänderung gehörig viel Zeit brauche. Außerdem sei Pfarrer Sony, der ein Mitspracherecht habe, zurzeit in Urlaub. "Diese Zeit haben wir momentan nicht", so Schießer. "Der Gemeinderat will sicher sein, dass es mit diesem Zuschuss klappt", sagte Dietmar Büchner (FWG/CSU). "Es geht um viel Geld", sagte Michael Röder (Bürgerblock). Da solle man den Willen zeigen, dass die Sache gut ausgehe. "Ich danke dafür, dass ich mir Gedanken machen durfte", stellte Helmut Droll seinen Entwurf für einen Gedenkstein zu 1300 Jahren Markt Euerdorf vor. Aus einem Sandsteinquader könne eine Stele mit den Maßen 0,85 Meter mal 0,65 Meter mal 1,4 Meter entstehen. "Mit 13 Stufen - jede für ein Jahrhundert", so Droll. Zusammen mit einem Sockel unten und einer symbolischen Kugel als Krönung, könnte das Werk eine Gesamthöhe von etwa 1,85 Meter haben. Auf der Rückseite sei noch Platz für eine Gedenktafel. Die Räte waren begeistert, konnten sich aber noch nicht entscheiden. Einhellig beschlossen die Räte, ein Million Euro je zur Hälfte in zwei Bausparverträgen anzulegen. Im Hintergrund stand die Ankündigung der Bank für Strafzinsen bei Guthaben über eine halbe Million Euro. Die Verträge wurden mit Einzahlungen zu je 250 000 Euro bedient. Die Laufzeit ist zehn Jahre. "Dann ist unser Rathausumbau schon längst fertig", sagte Schießer.
Zustimmung erhielt das Leerrohr für Glasfaserkabel, das im Rahmen der Straßenbauarbeiten in der Breet verlegt werden soll. Grünes Licht erhielt die Anhebung des jährlichen Mitgliedsbeitrags von 15 Prozent auf 11 500 Euro für Pro Jugend im Landkreis. Keine nachhaltige Resonanz erzeugte das Bundes-Förderprogramm "Lade-Infrastruktur zur Elektro-Mobilität". Wenig Hoffnung hatte Schießer hinsichtlich des Verkehrskreisels in Richtung Sulzthal: "Es scheitert am Grunderwerb, die Anlieger wollen nicht verkaufen".