Zur Jahreshauptversammlung trafen sich die Windheimer Floriansjünger auf Einladung des Vorsitzendem Heinz Amtmann Kommandanten Matthias Metz im Feuerwehrhaus. Freudig verkündete Amtmann: "Wir sind jetzt ein eingetragener Verein". Zusammen mit dem Klingenthaler Musikverein und dem Gesangsverein Sängerlust sei der Feuerwehrverein gleichberechtigt hinsichtlich der Bewirtschaftung im Feuerwehrhaus.
Als Edwin Bold 1944 als 16-Jähriger in die Feuerwehr Windheim eintrat, war noch Kriegszeit. Jetzt wurde er für seine 70-jährige Mitgliedstreue vom Feuerwehrverein geehrt. Eduard Metz wurde für 40 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Alexander Nikoleiski und Heiko Wehner für 25 Jahre Treue.
"Der Luftangriff auf unseren Ort war am 5. April 1945" erinnert sich der Jubilar Bold. Damals habe es 28 Tote gegeben. Er habe vom amerikanischen Angriff auf das Lager Hammelburg als Sondermeldung im Radio erfahren. Bold war zu dieser Zeit nicht daheim, sondern im Arbeitsdienst und als junger Soldat europaweit unterwegs: in Marseille, am Westwall, im Riesengebirge, in Prag und im Rheinland. Im Odenwald geriet Bold in die amerikanische Gefangenschaft.
"Bei der Feuerwehr hatten die Windheimer vor 70 Jahren noch eine Handpumpe", erzählt Bold. Es sei eine tragbare Pumpe auf Rädern gewesen. Im eng verwinkelten Altort sei man damit in jedes Eck gekommen. "Da musste man das Wasser noch von Hand hinein schütten". Aber auch eine größere Pumpe auf einem Pferdefuhrwerk habe es damals in Windheim gegeben.
Gebrannt habe es während des Bombenangriffs 1945 in elf Scheunen und neun Häusern, erzählt Bold. Aber auch hin und wieder in der Nachkriegszeit gab es Brandeinsätze für die heimische Wehr, so etwa wenn in den Scheunen gedroschen wurde und ein Funke übersprang. "Nach dem Krieg bin ich auch noch 25 Jahre lang in der Rotkreuz-Bereitschaft tätig gewesen", sagt Bold. Dann kam der kommunale Anschluss von Windheim an die Gemeinde Wartmannsroth. "Ich könnte ein Buch schreiben", so der Zeitzeuge.

Kommandanten gelobt

Dass es die Windheimer Feuerwehr auch heute noch gibt, ist dem beherzten Einsatz von Kommandant Matthias Metz und dessen Stellvertreter Michael Hufnagel zu verdanken. "Hätten Sie bei der vergangenen Kommandantenwahl, als weit und breit kein Kandidat in Sicht war, nicht noch ihrem Herzen einen Stoß gegeben, dann wäre die Windheimer Wehr heute ein Stück abgeschlossene Geschichte", bedankte sich Bürgermeister Jürgen Karle. "Sie haben in schwierigen Zeiten zur Verfügung gestanden".
"Bereut habe ich meinen Entschluss nicht", bestätigt Kommandant Metz und fügt an: "Wenn die Kameraden mitziehen, dann habe ich keinen schweren Stand". Generell sollten sich andere Feuerwehren in ähnlichen Situationen sagen lassen: "Man ist dann nicht der Gelackmeierte, sondern erfährt die Solidarität der Kameradschaft!". Freilich koste es ein gewisses Maß an Kraft, um etwas zu bewegen. So zum Beispiel wenn es um den Schlendrian der Unpünktlichkeit gehe. "Jetzt passt es für mich", sagt Metz. Er habe sein persönliches Engagement bisher nicht bereut.
Ernsthafte Einsätze habe es im vergangenen Jahr nicht gegeben, so der Jahresrückblick des Kommandanten. Die Anzahl von 46 Aktiven wurde jetzt mit dem Eintritt von Michel Aßmann verstärkt. Außerdem gehören 20 Passive und 43 Fördermitglieder zum Windheimer Feuerwehrverein.
Kreisbrandrat Benno Metz staunte über das schöne Feuerwehrhaus und bewunderte die "tollen Räume in diesem kleinen Ort". Der Dank des Kreisinspektors Peter Sell ging nicht nur an die fleißigen Windheimer sondern auch an die großzügige Gemeinde Wartmannsroth für die bereit gestellten Finanzmittel. Christoph Spahn ist Nachfolger für den ausscheidenden Kassenprüfer Andreas Möhler.