In wenigen Tagen beendet einer der Dienstältesten im Gemeinderat, Bürgermeister Karlheinz Kickuth, seine Ära in der Kommunalpolitik. Insgesamt 24 Jahre - drei Perioden als Ratsmitglied mündeten in sechs Jahre als Bürgermeister des Marktes - waren eine Zeit, die "mit zahlreichen, persönlichen und kommunalpolitischen Erfahrungen abschließt", wie der Scheidende versichert.

"Beide Mandate haben mir Freude gemacht, wobei die lange Spanne als Gemeinderat die Bürgermeisterzeit nicht aufwiegen kann", bilanziert er. "Als erster Mann muss man viel Verantwortung übernehmen und ausgewogen handeln und entscheiden", begründet der Noch-Amtschef, der jetzt "einen neuen Weg gehen will".

Nein, nicht in den Ruhestand und das beschauliche Leben eines Pensionärs, sondern auf das was er vorher machte: Planungen für Wohn- und Geschäftsbereiche, Gespräche mit den Behörden, gemeinsam konstruktiv arbeiten. "Selbstverwirklichung im ehemaligen Metier", nennt Kickuth sein neues Aufgabengebiet, das er sich mit einem Unternehmer teilt. "So bin ich nicht mehr vom Terminkalender bestimmt und kann meine Zeit mit Familie und Freunden planen", fügt er an.

In den letzten Stunden im Amtssitz im Erthal-Schloss möchte Kickuth jedoch "noch einige Dinge zu Ende oder zur Entscheidungsreife bringen". Als gesichert gilt das Projekt Landarztpraxis in der August-Ullrich-Straße, die der Gemeinderat - nach zwei Jahren Diskussion über das Für und Wider - in der jüngsten Sitzung genehmigte. Ein langfristiger Mietvorvertrag mit Dr. Anton Heilmann wird derzeit ausgearbeitet. Parallel dazu erstellt ein Planungsbüro die Ausschreibung. Die Praxis wird im Dezember dieses Jahres oder im nächsten Januar eröffnet. Mit barrierefreiem Zugang versehen werden Heilmann und eine Ärztin die medizinische Versorgung im Markt in den kommenden Jahren sicherstellen.

Potenzieller Investor

Ein "Silberstreif am Horizont" zeichnet sich bei der Immobilie Schaeffler ab. Ein jüngstes Gespräch mit einem potenziellen Investor aus dem süddeutschen Raum verspricht eine mögliche Wiederverwendung der Industriebrache. Vorstellbar sind nach Aussage des Investors Loft- oder Single-Wohnungen, Seniorenresidenzen und einzelne, industrielle Abteilungen. Der avisierte Vor-Ort-Termin musste jedoch wegen der Corona-Krise verschoben werden. Eine eventuelle direkte Zufahrt von der Kreisstraße 12 ist denkbar. Sie hätte den Vorteil, dass der Verkehr nicht mehr durch Elfershausen und das Nadelöhr Trimberg geführt werden müsste.

Wie sich herausstellte, gefährdet die gewünschte Abflusssituation des Deisselbachs den Siedlungsbereich. Die vom Gemeinderat angeregten weiteren Geländemodellierungen im Vorland der Saale könnten sich sogar nachteilig bei Hochwasser der Saale auswirken, vermutet das Wasserwirtschaftsamt, das zur Umsetzung des empfohlenen Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzepts rät. Das Ratsgremium hatte angeregt, die vorhandene Abflachung des Deisselbach-Ufers bachabwärts in Höhe des Mehrgenerationenplatzes zurückzubauen.

Für ein neues Baugebiet in Langendorf, rechtsseitig der Verbindungsstraße nach Fuchsstadt, verfügt der Markt schon über vier Grundstücke. "Käme ein weiteres hinzu, hätten wir neues Bauland auch in Langendorf und damit in allen Ortsteilen", so Kickuth. Er will in der verbleibenden Zeit versuchen, das fehlende Grundstück noch zu erwerben. "Wenn ich es in der kurzen Zeit nicht schaffe, sollte mein Nachfolger am Ball bleiben", hofft der Bürgermeister. Die Grundstücksverhandlungen zum Bau des Kreisverkehrs bei Langendorf sind abgeschlossen. Die Arbeiten könnten noch heuer beginnen. Die Fortführung zweier weiterer Großprojekte in Elfershausen - der neue Kindergarten und das neue Feuerwehrgerätehaus - legt Kickuth in die Hände seines Nachfolgers Johannes Krumm.