"Egal, in welcher Lebenssituation man sich gerade befindet, Werte sind immer wichtig. Deshalb finde ich auch die Initiative ,Werte machen Schule‘ eine super Idee." Das Zitat ist dem Beitrag Romina Drignats (Klasse 9a) im aktuellen Jahresbericht des Frobenius-Gymnasiums Hammelburg entnommen. Romina ist seit Januar dieses Jahres im Rahmen der Initiative "Werte machen Schule" des bayerischen Kultusministeriums als Wertebotschafterin am Frobenius-Gymnasium Hammelburg tätig und schrieb ihren Beitrag für den Jahresbericht mitten in der Corona-Krise, als noch nicht abzusehen war, wann oder ob die Schulen in diesem Schuljahr wieder öffnen würden. Dennoch ließ sich Romina auch in dieser Zeit nicht in ihrem Engagement ausbremsen. So war mit Unterstützung seitens der Mittelstufenbetreuerin Eva-Maria Conrad ein Werteteam aufgestellt worden, die Klassen hatten in Zeit-für-uns-Stunden über die für sie als Klassengemeinschaft wichtigsten Werte abgestimmt, der Wert "Respekt" war daraus als Semesterwert für die Schulgemeinschaft ermittelt worden, ein Klassenwettbewerb zur kreativen Umsetzung dieses Wertes war bereits ausgerufen worden - und dann kam Corona.

Trotzdem Kontakt gehalten

Schulschließungen, Ausgangsbeschränkungen, die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichtes mit rollierendem System unter strengen Hygienemaßnahmen - keine Gruppen- und Partnerarbeit, keine gemeinsam genutzten Gegenstände - und nicht zuletzt die Einhaltung der Abstandsregeln legten den Wettbewerb und alle weiteren Aktionen in der Folge zumindest für dieses Schuljahr auf Eis. Rominas Team ließ sich davon indes nicht entmutigen.

Noch zur Zeit der Schulschließung hielten die Schülerinnen und Schüler in digitaler Form zueinander Kontakt und überlegten nach der Wiederaufnahme des Präsenzunterrichtes gemeinsam mit Eva-Maria Conrad, wie Werte insbesondere in Corona-Zeiten wieder verstärkt ins Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler gerückt werden könnten. Sie entwickelten ein Projekt, das nicht nur unter Einhaltung des Hygienekonzepts durchgeführt werden konnte, sondern zum Abschluss dieses doch mehr als ungewöhnlichen Schuljahres die Schülerinnen und Schüler einen Moment innehalten ließ. Mithilfe eines eigens vom Werteteam gedrehten Videos wurden die Schülerinnen und Schüler aller Klassen in der letzten Schulwoche dazu aufgefordert, den Umriss einer ihrer Hände auf Tonpapier zu zeichnen, diesen auszuschneiden und darauf festzuhalten, welche Werte ihnen in der Corona-Zeit besonders wichtig sind. Kein Wunder, dass diese Aktion auf entsprechend großen Anklang in den Klassen stieß, zumal vor allem während der Zeit der Schulschließung die meisten Jugendlichen Werte wie Familie, Freundschaft oder auch Freiheit durchaus wieder mehr wertzuschätzen lernten.

Davon zeugen auch die überwiegend nachdenklichen Aussagen auf der Mehrzahl der Tonpapier-Hände, die Romina und ihr Team im Anschluss an das Projekt als fortlaufende Kette im Schulhaus des Frobenius-Gymnasiums angebracht haben.