In einer zusätzlichen Sitzung des Monats Februar, die der Zweite Bürgermeister Roland Brönner leitete, gab der Gemeinderat Wartmannsroth dem neuen Haushalt 2020 seinen Segen. Außerdem wurde der Flächennutzungsplan der Gemeinde in mehr als 50 Punkten geändert. Anlass war das relativ hohe Alter von 20 Jahren des bestehenden Plans, der schon nach zehn oder spätestens 15 Jahren hätte aktualisiert werden sollen.

Insgesamt weist die Satzung des kalkulierten Haushalts 2020 der Gemeinde Wartmannsroth ein Volumen von rund 6,9 Millionen Euro auf. Das Volumen liegt damit fast auf dem gleichen Niveau wie das Vorjahr. Aufgerundet in Einnahmen und Ausgaben entfallen 4,5 Millionen Euro auf den Verwaltungshaushalt und 2,4 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt. Während die Verwaltungs-Ausgaben wie zum Beispiel Personalkosten, Betriebskosten für den Bauhof oder Beteiligigung an den Kosten für die Kindergärten weitgehend festliegen, kann an den Schrauben für den Vermögenshaushalt noch gedreht werden.

Allerdings liegen einige Investitionen wie die Projekte zur Dorferneuerung oder Kanalbaumaßnahmen schon längst fest. Relativ konstant sind die Grundsteuern A (etwa 62 500 Euro) und B (etwa 144 000) Euro geblieben. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer wurden vorsichtig mit 500 000 Euro kalkuliert. "Da wir hier überwiegend Handwerksbetriebe haben, ist die Lage nicht so kritisch wie in den Ballungsgebieten mit Industrie", kommentierte Verwaltungsleiter Daniel Görke.

Gute Nachrichten gab es über den Schuldenstand der Gemeinde Wartmannsroth, der sich kontinuierlich seit Jahren verringert. Waren es 2013 noch 1,8 Millionen Euro Schulden, so sind es heuer nur noch rund 860 000 Euro. Mit 403 Euro Pro-Kopf-Verschuldung liegt Wartmannsroth weit unter dem Landesdurchschnitt (576 Euro). Kredite brauchen nicht aufgenommen zu werden. "Wenngleich in einer so zinsarmen Zeit optimale Voraussetzungen für größere Investitionen sind", sagte Görke. Sein Fazit aus Kassensicht: "Wir stehen gut da."

"Kein Eingriff in private Nutzungen und die weitläufigen Planungsziele der Gemeinde berücksichtigen, das sind die Vorgaben für den aktuellen Flächennutzungsplan", erläuterte Berater Michael Öchsner vom beauftragten Planungsbüro Auktor. Als er seinen Katalog mit den 53 Änderungen für alle Ortsteile vorgestellt hatte, war der Uhrzeiger um zwei Stunden weitergerückt. Hauptsächlich ging es um Umbenennungen von Nutzungsbereichen wie Wohngebiete, Mischgebiete, Biotope oder Maßnahmen gegen Hochwasser wie zum Beispiel Regenüberlaufbecken. In einigen Fällen war die exakte Zustimmung der Räte gefragt. So zum Beispiel bei der offenen Hütte am Waizenbacher See oder zur Rücknahme eines ungenutzten Baugebietes zugunsten der Landwirtschaft in Völkersleier.

Berücksichtigt wurden ebenfalls die Vergrößerungen von landwirtschaftlichen Betrieben, die im Laufe der vergangenen Jahrzehnte wuchsen. Oder die Windkraft im Außenbereich. Sogar die Neumühle wurde in Erinnerung gerufen, ist sie doch zum Teil als Sondergebiet "Hotel" von Wartmannsroth im Flächennutzungsplan erfasst. Ebenso tauchten die Grünstreifen in diversen Ortsteilen im neuen Flächennutzungsplan auf, inklusive der Grünfläche des ehemaligen Windheimer Schlossparks.

Weil der Stichtag für die schon erfolgte Auslegung des "vorhabenbezogenen Bebauungsplans Solarpark Völkersleier" auf einen Sonntag fiel, forderte das Landratsamt aufgrund dieses Formfehlers zur rechtlichen Nachbesserung auf. Ab dem 10. März soll dieser Bebauungsplan deshalb erneut öffentlich ausgelegt werden.