An jedem dritten Tag im Jahr einen Einsatz zu fahren, ist schon eine Leistung. Und es ist keine Berufsfeuerwehr, die das macht, sondern die Freiwillige Feuerwehr Hammelburg. Ehrenamtliche, die sich der Nächsten-Hilfe verschrieben haben und wie ihre vielen Kameraden/Innen - ohne Bezahlung - Gesundheit und Leben riskieren.

In der Jahreshauptversammlung gab Kommandant Michael Ohmert einen Einblick in die Arbeit der Volunteers, die von 17 Brandeinsätzen über 80 Technische Hilfeleistungen bis hin zu 16 Autobahneinsätzen reichte. Fehlalarmierungen, die es auch gab, entbinden Wehrleute nicht vom Ausrücken, denn diese stellen sich erst danach als solche heraus.

Nicht von ungefähr sprach der beeindruckte Kreisbrandrat, Benno Metz, in seinem Grußwort von der "wichtigsten Wehr im Altlandkreis" - ein dankbar aufgenommenes "Trostpflaster" für die Mühen, zu denen außer Ernstfälle noch viel mehr hinzukommt. Ob Sicherheitswachen, Übungen - 68 an der Zahl - Ausbildung, Prüfungen oder gesellschaftliche Verpflichtungen.

Die Vorsitzenden Peter Sell und Matthias Ruppert hielten die wichtigsten Ereignisse in 2018 fest. Das war zudem ein Jubiläumsjahr, denn die Wehr feierte ihr 160. Bestehen mit einem Festwochenende, das mehr als 100 Helfer auf die Beine stellten. Davon schwärmte Bürgermeister Armin Warmuth (CSU), der die Organisation lobte. Beides trage erheblich zur Innen- und Außenwirkung der Stadt bei.

Den Bedarfsplan, der eine einheitliche Ausstattung vorsieht, nannte er ein gutes Instrument, da die Stadt mehrerer Feuerwehrfahrzeuge beschaffen will. Mit Anerkennung für die reibungslose Zusammenarbeit mit den Stadtteilwehren sah er in der Gründung der Kinderfeuerwehr "ein positives Signal".

Die Kinderfeuerwehr gibt es in Hammelburg seit September 2018. Inzwischen werden 23 Mädchen und Jungen von einem neunköpfigen Team betreut, wie René Keller berichtete. Das Bayerische Feuerwehrgesetz und die Feuerwehrverordnung der Stadt erlauben eine "Mini-Wehr" ab dem Alter von sechs Jahren. Themen bei den vierzehntägigen Treffen sind die Brandschutz- und Verkehrserziehung, Experimente, Spiele und Schritte zur Ersten Hilfe. Für heuer planen die Betreuer einen Ausflug, Treffen mit anderen Kinderwehren und eine Nacht im Feuerwehrhaus, führte Keller aus.

Man sollte meinen, mit 81 Aktiven sei die Feuerwehr personell gut gerüstet. Dennoch legt man in Hammelburg Wert auf die Jugendarbeit. Es kommt nicht von ungefähr, dass der Altersdurchschnitt bei den Hammelburger Floriansjüngern bei 33 Jahre liegt. Jugendwart Christopher Schlereth erklärte, dass die Wehr derzeit elf Jugendliche zählt, davon fünf Neu-Aufnahmen.

Jugendliche können erst ab zwölf Jahren in die Sparte eintreten. "Leider sind sie in diesem Alter schon in anderen Vereinen aktiv und ihre Zeit ist bemessen. Auch deshalb gründeten wir die Kinderwehr um die Zukunft unserer Feuerwehr zu sichern", merkte er an. In die insgesamt 1 900 geleisteten Arbeitsstunden fließen Prüfungen und 24 Übungen und die Herrichtung des Jugendraums ein. Die Jung-Feuerwehrler veranstalteten zudem Info-Tage, Ausstellungen und Schauübungen an den Schulen.

Der Kassenbericht, den Schatzmeister Adam Hofmann auflegte, wies ein Plus aus. Die Gründung der Kinderwehr bedingte eine Satzungsänderung zur Vorlage beim Registergericht. Diese passierte ebenfalls einmütig. Auch mit der Erhöhung des Mitgliedsbeitrags von fünf auf zehn Euro, erklärten sich die Anwesenden einverstanden.

Ehrungen

Für langjährige Mitgliedschaft Für 25 Jahre Christian Göhl , für 15 Jahre Gudrun Kleinhenz und Leander Kleinhenz.

Aktiver Feuerwehrdienst Das Dienstaltersabzeichen für 20 Jahre wurde Alexander Dangel, Irma Sell und Benjamin Weber überreicht. Für 10 Jahre aktiven Dienst wurden Stefan Becker, Sebastian Emmert, Johannes Fella, Benedikt Goerke, Michael Griebel, Felix Hromadka, Patrick Keller, Julian Leurer, Christoph Schlereth und Manuel Wurst ausgezeichnet.