Die Staatsstraße 2290 beschäftigt vor allem die Sulzthaler Bürger bereits seit Jahrzehnten: Schon in den 1990er Jahren bemühte sich die Gemeinde, dass die Verbindung von Euerdorf in Richtung Schweinfurt saniert wird. Eine Lösung gab es zumindest für die Ortsdurchfahrt Sulzthal: Die Gemeinde übernahm die Baulast, baute die Euerdorfer und die Hauptstraße samt Gehwegen im Rahmen der Dorferneuerung aus, der Freistaat übernahm die Kosten für die Fahrbahn. Seit dem Jahr 2013 wird nun die Strecke von Euerdorf nach Sulzthal samt einem Kreisel am Ortsende von Euerdorf geplant. Getan hat sich bis heute nichts, zum Ärger vieler Autofahrer.

Baubeginn sollte bereits 2016 sein

Im Januar 2014 stellte Matthias Wacker vom Staatlichen Bauamt konkrete Pläne für die Erneuerung der Straße vor. Wacker war damals für die Staatsstraßen im Landkreis Bad Kissingen zuständig. Er stellte die Ergebnisse von Verkehrszählungen und mehrere Planungsvarianten vor. Unter anderem wurde untersucht, ob die Straße vom Ortsausgang auf dem kürzesten Weg bis zur Kreisstraße KG 4 geführt werden könnte. Das hätte mehrere Vorteile: Zum einen würde die Staatsstraße dann nicht mehr durchs Wasserschutzgebiet führen, zum anderen wäre der Weg in Richtung Ramsthal kürzer geworden. Die Lösung wurde jedoch verworfen, weil entweder eine große Brücke oder sogar ein Damm im Bereich des Sulzbaches notwendig wäre. 2014 war Wacker zuversichtlich, dass die Strecke nach Euerdorf spätestens 2016 gebaut wird, noch vor dem Abschnitt Aura-Euerdorf. Unter Wackers Nachfolger Rüdiger Köhler kam dann aber 2018 der Neubau in Richtung Aura, der bereits seit drei Jahren fertig ist.

"Was tut sich denn bei der Staatsstraße nach Euerdorf", fragte der langjährige 2. Bürgermeister Franz Diez in der jüngsten Bürgerversammlung. Weitere Bürger sprachen die Schäden im weiteren Verlauf der Serpentine oberhalb des Ortes und den Zustand des Röthenweges an, den viele als Abkürzung in Richtung Ramsthal nutzen, der aber immer wieder tiefe Schlaglöcher aufweist. Bürgermeister August Weingart (CSU) verwies bei allen Fragen auf das Staatliche Bauamt. "Wir haben alles getan, was wir tun konnten", berichtete Weingart zudem, dass die Gemeinde ausreichend Grundfläche erworben habe. "Aus unserer Sicht ist ein Tausch jederzeit möglich, aber federführend ist das Staatliche Bauamt."

Warten auf das Staatliche Bauamt

Mit den Bauarbeiten an der Staatsstraße hänge auch der Zustand des Röthenweges zusammen: Die Gemeinde plant zwar Investitionen ins Kernwegenetz, konkret sollen im kommenden Jahr der Höchstatt- und Teile des Hutzelofenweges erneuert werden, aber für den Röthenweg habe die Gemeinde aktuell kein Geld. Weingart verwies darauf, dass bei Bauarbeiten an der Staatsstraße der Röthenweg die einzige Anbindung des Ortes in Richtung Norden wäre. Die Gemeinde hofft seit Jahren, dass das Staatliche Bauamt den Weg deshalb im Rahmen eines Ausbaus mitmache.

Was sagt das Staatliche Bauamt zu den Verzögerungen? "Im Zuge der St 2290 zwischen Euerdorf und Sulzthal ist unsererseits auf einer Länge von rund 1,2 Kilometern ein bestandsnaher Ausbau der Staatsstraße geplant", heißt es auf Nachfrage aus Schweinfurt. An der Einmündung zur Kreisstraße KG 4 in Richtung Ramsthal sei außerdem ein Kreisverkehr vorgesehen. "Die Planung für die Maßnahme befindet sich derzeit im Vorentwurfsstadium", teilt die Behörde weiter mit und verweist - wie schon seit Jahren - darauf, dass weitere Planungsschritte "unter anderem von einem erfolgreichen Grunderwerb abhängig" seien. Und weiter: "Ziel ist deshalb, bei den bereits laufenden Grunderwerbsverhandlungen zeitnah eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung zu finden und die Maßnahme anschließend entsprechend weiter voranzutreiben."

Konkret geht es um Flächen der Familie Büttner, der die ehemalige Bamberger Mühle unterhalb des Ortes gehört. "Nach unserem letzten Angebot haben wir dreieinhalb Jahre lang nichts gehört", schiebt Josef Büttner die Verantwortung für die Verzögerung der Gemeinde und dem Staatlichen Bauamt zu. Die Familie bestätigt, dass es vor wenigen Wochen ein Schreiben aus Schweinfurt mit konkreten Angeboten gegeben habe. "Wir müssen das Schreiben nun zunächst prüfen", sagt Josef Büttners Sohn Johannes, der als Jurist im Landratsamt Bad Kissingen arbeitet.

Immerhin eine besonders schadhafte Stelle der Staatsstraße 2290 südlich des Ortes wurde in dieser Woche beseitigt: Im Rahmen des üblichen Bauunterhalts fräste eine Firma den Belag ab und baute am Mittwoch und Donnerstag eine neue Deckschicht ein. Der Verkehr wurde mit Ampeln geregelt. "Unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel" sei in den nächsten Jahren auch die Erneuerung der Fahrbahn auf den Serpentinen bis zur Kreuzkapelle geplant, teilt das Bauamt dazu mit.