Einen Zwischenstand zur Corona-Pandemie gab Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses. "Die Verwaltung hat gerade mit größten Herausforderungen zu kämpfen", bat er im Gremium um Verständnis, dass nicht alle Anfragen sofort abgearbeitet werden können. Deshalb forderte er die Fraktionen auch auf, sich auf notwendige Anträge zu beschränken. Gleichzeitig gab es ein Lob in der ersten Sitzung des Jahres, die trotz langer Tagesordnung "nur" zweieinhalb Stunden dauerte: "Ich bin wirklich beeindruckt, wie gut wir heute zusammenarbeiten. Das macht mir Freude, und bringt die Stadt voran."

Warmuth berichtete, dass die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis deutlich unter 100 gesunken ist, schränkte aber ein: "Im Raum Hammelburg sind wir eher noch in einer anderen Entwicklung." Am Dienstag meldete das Landratsamt, dass 46 der aktuell 127 Infizierten aus dem Raum Hammelburg kommen, obwohl die neun Kommunen nur rund ein Viertel der Landkreis-Bevölkerung ausmachen. "Daran hat die Stadt einen großen Anteil", sagte Warmuth. Laut Landratsamt stieg die Gesamtzahl der Infizierten aus der Stadt von 152 Ende 2020 auf 215 am 27. Januar. Das Landratsamt stellt jedoch klar, dass sich in der Stadt kein Hotspot abzeichne.

Erste Impfung bereits verabreicht

Das städtische Bürgerspital sei aktuell corona-frei. Und: "Alle, die zugestimmt haben, sind im Bürgerspital zum ersten Mal geimpft." Die Stadt bemühe sich auch darum, dass Senioren, die daheim wohnen, aber nicht mobil sind, wohnortnah geimpft werden. Bisher seien keine Impfungen durch Hausärzte möglich, die Stadt stehe aber in engem Austausch mit dem Landratsamt. Mittlerweile seien auch alle Senioren über 80 Jahren angeschrieben worden.

Weil die Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 liege, seien auch Stadtratssitzungen möglich, stellte Warmuth auf Nachfrage klar. Bei der ersten Sitzung im neuen Jahr habe es sich um einen regulären Hauptausschuss gehandelt. Es seien zwar mehrere Anträge aus den Fraktionen beraten worden, aber: "Das kann man auch im Hauptausschuss machen", betont der Hammelburger Bürgermeister.

Besuche in der Stadtverwaltung seien nach einer Online-Anmeldung oder telefonischen Terminabsprache weiterhin möglich. Für die rund 100 Mitarbeiter, die an Bildschirm-Arbeitsplätzen tätig sind, seien 40 Lizenzen für Home-Office eingerichtet worden. Aktuell würden 36 Mitarbeiter die Möglichkeit regelmäßig nutzen. Bei der Auswahl seien dienstliche Belange und familiäre Umstände berücksichtigt worden. Und: "Von der Amtsleitung wird koordiniert, wer welche Arbeiten von daheim aus machen kann."

Zudem werden heute, Donnerstag, von 12.30 bis 16 Uhr und morgen, Freitag, von 9 bis 12 Uhr in der Markthalle jeweils drei FFP-2-Masken kostenlos an pflegende Angehörige ausgegeben. Die Abholer müssen einen Nachweis über die Pflegebedürftigkeit mitbringen.

Notbetreuung funktioniert

Die Diebacher Tagesstätte "Kinder-Kiste" bietet laut Bürgermeister eine Notbetreuung für Kinder berufstätiger Eltern an. 37 von 132 Kindern seien dafür aktuell angemeldet. Täglich seien bis zu 22 Kinder von 7 bis 17 Uhr anwesend. Das Notbetreuungsangebot ist laut Warmuth auch mit der Grundschule abgestimmt: "Die Lehrkräfte können die Kinder jederzeit telefonisch persönlich sprechen." Soweit es technisch möglich sei, könnten sich die Kinder auch über Laptops einwählen, die Datenübertragung funktioniere "fast reibungslos". Die Leitung der Kinder-Kiste regte jedoch an, zusätzlich Gastzugänge für die Handys der Kinder einzurichten.

Der Bürgermeister bittet die Eltern darum, den Kindern die notwendigen Arbeitsblätter mitzuschicken: "Es ist sehr aufwendig, für jedes Kind die Arbeitsunterlagen für die einzelnen Fächer am Morgen auszudrucken." In Absprache mit dem Jugendamt arbeitet das Team der Kinder-Kiste in einem Schichtbetrieb: Zwei Gruppen wechseln sich tageweise ab. Um Betreuungslücken zu vermeiden, müssten dafür allerdings Mitarbeiterinnen die durchschnittliche Tagesarbeitszeit überschreiten. Zudem müssen Vorbereitungen von zu Hause aus erledigt werden.

Drei Mitarbeiterinnen betreuen laut Verwaltung am Vormittag die zwei Hausaufgabenräume. Gegessen wird am Mittag in Kleingruppen und in Schichten. Am Nachmittag stehen für die Freizeitangebote erneut drei Kräfte zur Verfügung. Zusätzlich sei jemand vor Ort, der sich um Verwaltungsaufgaben kümmert.

Bürgermeister Warmuth stellte klar, dass vorerst die Familien, die die Notbetreuung nicht nutzen, trotzdem den Monatsbeitrag, aber keine Verbrauchsgebühren zahlen müssen. Er verwies jedoch darauf, dass während des ersten Lockdowns der Freistaat den Beitrag für die Monate April, Mai und Juni ersetzte. "Wir müssen mal abwarten, ob da wieder was kommt", sagte Warmuth.