Das Konzept des aktuellen Internet-Auftritts der Stadt Hammelburg stammt aus dem Jahr 2013, wegen des neuen Logos gab es 2018 lediglich eine Auffrischung. Nun hat die Stadt im Haushalt Geld für eine neue Homepage eingeplant, in der jüngsten Stadtratssitzungen holten sich die Stadträte für die Ausschreibungen Tipps von einem Experten: Maurizio Tassillo, Geschäftsführender Gesellschafter der Agentur "Inixmedia", stellte moderne Webseiten von Kommunen in ganz Deutschland vor.

Inixmedia betreut laut Tassillo mehr als 600 Kommunen bundesweit, ein Schwerpunkt sei der Freistaat Bayern, hier unterhält die Agentur Büros in Bamberg und München. Ziel einer kommunalen Homepage sei es, "Informationen für die Bürger schnell und einfach zur Verfügung zu stellen", betonte Tassillo. Zudem gebe es durch das Onlinezugangsgesetz die Verpflichtung, spätestens ab dem Jahr 2022 viele Verwaltungsverfahren übers Internet anzubieten. Von der Termin-Vereinbarung mit einem Mitarbeiter der Stadt-Verwaltung bis zum Ausfüllen von Formularen online: Wichtig seien für die Kommune die Rechtssicherheit und die ständige Erweiterbarkeit. Tassillo verwies auf den "Lenkungscharakter" einer kommunalen Webseite: "Ich bringe die Information in die Hosentasche des Bürgers."

Unter anderem bietet die Agentur die Möglichkeit an, dass Nutzer sich Termine direkt in ihren eigenen Kalender herunterladen können. Auch Barrierefreiheit sei wichtig: Erläuterungen in einfacher Sprache, das Vorlesen der Inhalte und die Übersetzung in bis zu 18 Sprachen seien Standard bei Inixmedia. Zudem gebe es eine umfangreiche Such-Funktion, die zum einen auf Grundlage der Erfahrungen aus 25 Jahren Zusammenarbeit mit Kommunen optimiert sei, aber zum anderen auch individuell gepflegt werden könne: Jede Kommune könne also regionaltypische Begriffe aufnehmen. Neben selbstverständlichen Modulen wie einer Übersicht über Ämter, Mitarbeiter oder den Geschäftsverteilungsplan sind auch Erweiterungen möglich, etwa Angebote für Nachbarschaftshilfen oder gewerbliche Anzeigen. Tassilo betonte, dass alle Daten - etwa von Veranstaltungen - nur einmal eingegeben, aber mehrfach ausgespielt werden können.

"Eine Homepage ist immer nur so gut, wie sie aktuell und gepflegt ist", gab Grünen-Stadträtin Monika Horcher zu Bedenken. Maurizio Tassillo verwies darauf, dass die Agentur für die Pflege der Software zuständig sei, die Inhalte bleiben im Verantwortungsbereich der Stadt. "Wir müssen das auch personaltechnisch hinterlegen", forderte deshalb CSU-Fraktionssprecher Martin Wende, dass in der Verwaltung jemand für die Pflege der Homepage freigestellt werden müsse.

Die Stadträte waren sich einig, dass Handlungsbedarf herrscht: "Es reicht nicht, dass einem der Bürgermeister entgegen lacht", betonte Wende. SPD-Stadträtin Rita Schaupp hoffte zudem auf eine Arbeitserleichterung für die Verwaltung, wenn mehr Behördengänge online erledigt werden können. Auf Nachfrage berichtete Tassillo, dass es gerade für die Digitalisierung von Verwaltungsleistungen Zuschüsse von bis zu 80 Prozent gebe.